Automobilbranche – Das vernetzte Fahrzeug ist das große Thema der Zukunft

Das Auto der Zukunft warnt den Fahrer, wenn er müde wird, und bremst im Notfall von alleine ab. Mit ihm lässt sich von unterwegs aus das Hotel buchen. Oder die Heizung zu Hause einschalten. Vernetzte Mobilität ist das große Zukunftsthema der Automobilbranche. Es birgt riesige Wachstumspotenziale, wie die PwC-Studie Connected Car 2014 zeigt. Die Experten rechnen, dass sich das Marktpotential innerhalb der nächsten fünf Jahre fast vervierfachen wird. Der Wettbewerb läuft: Neben den Autoherstellern will sich auch die IT-Branche ihre Anteile sichern.

Das Marktpotenzial rund um das vernetzte Fahrzeug wächst und wächst: Beläuft es sich im Jahr 2015 auf knapp 32 Milliarden Euro, wird es sich mit 115 Milliarden Euro bis 2020 fast vervierfachen. Den größten Anteil an diesem Boom haben die Segmente Sicherheit und Autonomes Fahren. Bei Sicherheitssystemen wie Notbrems- oder Spurassistenten wird mit einer Steigerung von 12 Milliarden auf mehr als 47 Milliarden gerechnet, Funktionen wie Park- oder Autobahnassistent nehmen von 7 Milliarden auf bis zu 36 Milliarden Euro zu. Für diese Studie haben PwC, Strategy& und das Center of Automotive Management (CAM) die Angebote der weltweit führenden Automobilhersteller und Zulieferer analysiert sowie den aktuellen Stand der Forschung und Entwicklung berücksichtigt.

Besonders spannend wird sein, wie die Elektronik-, IT-, Service- und die Automobilbranche diesen Markt unter sich aufteilen. Zwar werden Autohersteller versuchen, beim Thema Mobilität die Oberhoheit zu behalten, sie sind aber auf eine ausgereifte IT und elektronische Systeme angewiesen. Gleichzeitig werden Internetunternehmen ihre Dienste auch im Auto anbieten. Die Studie spricht hier von „Coopetition“, der Zusammenarbeit von Wettbewerbern. Experten gehen davon aus, dass sich in diesem Punkt bald gewisse Standards einspielen werden: So dürften geschlossene Betriebssysteme im Fahrzeug für digital aufgestellte Unternehmen eher uninteressant sein. Umgekehrt können es sich die Automobilhersteller nicht leisten, bei digitalen Technologien einsame Insellösungen zu entwickeln.

Vor allem das Thema Datensicherheit müssen Hersteller im Auge behalten. Es wäre fatal, wenn Autos das Ziel von Cyberattacken würden. Dann bestünde die Gefahr, dass Bremsen manipuliert, Bewegungsprotokolle erstellt oder sich die Tür zu Hause öffnen würden, während die Bewohner im Fahrzeug unterwegs sind. Datensicherheit, so eine wichtige Aussage der Studie, ist eine zentrale Aufgabe bei der Forschung und Entwicklung des vernetzten Automobils. Nur unter dieser Voraussetzung werden Kunden die neuen Technologien nutzen.

Weitere interessante Erkenntnisse der Studie:

  • Schlüsseltechnologie: Vernetzte Mobilität wird in Industrieländern zur Schlüsseltechnologie. Befördert wird diese Entwicklung durch die zunehmende Bedeutung alternativer Antriebe und die massiven Investitionen von Autobauern, selbstfahrende Autos zu entwickeln. Aber auch urbane Trends wie Car Sharing machen die Kommunikation unter Fahrzeugen nötig.
  • Home-Integration: Ein Bereich, der bislang nur eine untergeordnete Rolle spielt, aber in Zukunft an Boden gewinnt, ist der Cluster Home-Integration. Dabei geht es um Funktionen, die das Fahrzeug mit dem Büro oder der Wohnung vernetzen. Die Studie nennt ihn erstmals als einen von sieben Funktions-Clustern im Bereich vernetzter Fahrzeuge.
  • Branchenübergreifende Kooperation: Kunden verlangen, ihre digitale Welt ins Fahrzeug mitnehmen zu können, aber auch Autohersteller wollen mit ihren Kunden permanent in Verbindung bleiben, zunehmend über digitale Kanäle. Dadurch rücken die digitale Welt und die Automobilbranche in Zukunft näher aneinander heran.

Ihr Link zur Studie „The Connected Car 2014 Study“

Bibliografische Daten

The Connected Car Studie 2014

Herausgeber

Strategy&, Center of Automotive Management

Bibliografie/Quelle

August 2014
11 Seiten
PDF-Dokument

Preis

kostenlos