Neue Geschäftsmodelle fordern traditionellen Autohandel heraus

In Deutschland sinkt die Zahl der Autokäufer bis 2020 deutlich. Gleichzeitig werden Kundenwünsche und Mobilitätsanforderungen differenzierter. Welche Herausforderungen auf Autohandel und -hersteller zukommen, zeigt eine Studie von PwC und NTT auf.

Der Automobilhandel in Deutschland steht in den kommenden Jahren vor großen Veränderungen. Der demografische Wandel lässt die Zahl der potenziellen Autokäufer bis 2020 um rund 1,5 Millionen Personen sinken. Zu diesem Nachfragerückgang kommt eine weitere Ausdifferenzierung der Mobilitätsbedürfnisse: Die Kunden werden älter, leben meist im urbanen Raum und immer häufiger allein.

„Wer in der Stadt lebt, braucht seltener ein Auto – und als Single kaum einmal ein großes. Dies lässt die Nachfrage nach Kleinwagen und alternativen Mobilitätskonzepten steigen. Im dünner besiedelten ländlichen Raum werden hingegen in allen Segmenten weniger Fahrzeuge gekauft und auch weniger Mobilität nachgefragt. Umso wichtiger ist es für den Autohandel, alle Kundensegmente zu erreichen“, Felix Kuhnert, PwC-Partner und Leiter des Automotive-Bereichs in Deutschland und Europa.

Für das Jahr 2020 prognostiziert die Studie vier wesentliche Geschäftsmodelle. Neben dem klassischen Autohandel und dem Flottenvertrieb für Großkunden werden der Direktvertrieb via Internet und reine Mobilitätsdienstleistungen an Bedeutung gewinnen. Bei diesem Modell steht nicht der Fahrzeugverkauf, sondern die Bereitstellung jeweils passender Verkehrsmittel im Vordergrund.

Das stationäre Autogeschäft wird zwar das Rückgrat des Vertriebs in Deutschland bleiben, die übrigen Geschäftsmodelle setzen den traditionellen Handel aber zunehmend unter Druck. Die Studie zeigt daher auch auf, in wie weit die stationären Autohändler die Möglichkeiten der neuen Geschäftsmodelle für sich nutzen können.