Big Data for Big Decisions: Algorithmen halten Einzug in die Chefetage

Die Nutzung von „Big Data“ ist in deutschen Unternehmen angekommen. Zur Entscheidungsfindung nutzen nahezu alle befragten deutschen Unternehmen Datenanalysen (97 Prozent). Wenn es jedoch darum geht, strategische Entscheidungen zu treffen, verlassen sich 41 Prozent der befragten Konzernlenker in Deutschland noch auf ihre Erfahrung und Intuition, während 34 Prozent von ihnen auf „Data & Analytics“, der systematischen Erhebung und Auswertung von Daten, zurückgreifen. Das sind die Ergebnisse der internationalen Studie „PwC’s Global Data and Analytics Survey 2016“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für die mehr als 2.000 Entscheidungsträger weltweit befragt wurden, darunter rund 170 hierzulande.

Deutsche Unternehmen setzen verstärkt auf „Advanced Analytics“

Unternehmen in Deutschland unterscheiden sich von Unternehmen in anderen Ländern, die sich weniger von Datenanalysen leiten lassen und deren Analysen primär deskriptiv sind: Im globalen Vergleich beschreiben vier von zehn Unternehmen aus anderen Ländern (39 Prozent) ihre Entscheidungsfindung als „sehr stark datengetrieben“, während dies auf knapp die Hälfte der Befragten in Deutschland zutrifft (49 Prozent). Während 52 Prozent der deutschen Unternehmen bereits fortgeschrittene Formen der Datenanalyse („Advanced Analytics“) wie etwa prädiktive und präskriptive Analysemethoden nutzen, bevorzugt die Mehrheit der Unternehmen in anderen Ländern (57 Prozent) deskriptive und diagnostische Methoden („Basic Analytics“).

Strategische Entscheidungen sind von disruptiven Veränderungen geprägt

Ein Viertel der Befragten aus Deutschland geht davon aus, dass ihre Branche bis 2020 von tiefgreifenden disruptiven Veränderungen geprägt sein wird. Über die Hälfte von ihnen (53 Prozent) erwartet kreative Veränderungen, während 22 Prozent auch in Zukunft vom Status Quo ausgehen. Die richtigen strategischen Entscheidungen werden in diesem Umfeld immer wichtiger – ob es um die Entwicklung neuer Produkte, die Erschließung neuer Märkte oder IT-Investitionen geht. Rund drei Viertel der befragten Konzernlenker in Deutschland (76 Prozent) gaben an, dass ihre Entscheidungen sich durch innovativere Produkte, bessere Kundenbeziehungen und -akquise sowie höhere Marktanteile primär auf die Erlössituation auswirken werden. Für knapp ein Viertel von ihnen stehen dagegen die Kostenreduktion und die Prozessoptimierung im Mittelpunkt strategischer Entscheidungen.