PwC-Studie: Sensibilität für Datenschutz steigt

Die Datenschutzbeauftragten deutscher Großunternehmen begrüßen die geplante EU-Verordnung für den Datenschutz, befürchten aber einen steigenden bürokratischen Aufwand. Sie stehen Sozialen Netzwerken und dem Cloud Computing skeptisch gegenüber. Und sie spüren mehr und mehr Rückhalt aus ihren Unternehmen, zeigt die PwC-Studie "Daten schützen" zum Stand des Datenschutzes in deutschen Großunternehmen 2012.

"Ganz offenbar gewinnt der Datenschutz in deutschen Großunternehmen an Bedeutung", berichtet PwC-Datenschutzexpertin Birthe Görtz: Bei der Umfrage für die Studie "Daten schützen" gaben rund 70 Prozent der befragten Datenschutzbeauftragten an, in ihrem Unternehmen halte man das Thema Datenschutz für wichtig oder sehr wichtig. Der Anteil der Unternehmen, denen der Datenschutz nach Meinung der Datenschutzbeauftragten "sehr wichtig" ist, hat sich seit der ersten PwC-Datenschutzstudie im Jahr 2010 sogar mehr als verdoppelt, auf immerhin 27 Prozent.

"Wir beobachten eine steigende Sensibilität der Unternehmen für den Datenschutz. Viele haben aus den Skandalen der Vergangenheit gelernt", sagt PwC-Datenschutzexpertin Birthe Görtz.

Das vergleichsweise hohe Datenschutz-Niveau in Deutschland sehen allerdings 41 Prozent der befragten Datenschutzbeauftragten in Gefahr, wenn der Entwurf der Datenschutz-Grundverordnung, den die EU-Kommission vorgelegt hat, in Deutschland umgesetzt wird. Schließlich sieht die EU-Verordnung die Pflicht zur Bestellung eines Datenschutzbeauftragten grundsätzlich nur für Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern vor – eine Regelung, die 64 Prozent der deutschen Datenschutzbeauftragten kritisieren.

Viele erwarten großen Aufwand durch die EU-Verordnung zum Datenschutz

Die EU-Datenschutzverordnung soll Verbrauchern außerdem ein sogenanntes "right to be forgotten" einräumen – das Recht zu verlangen, dass sämtliche Daten über sie und Verlinkungen anderer zu ihnen zu löschen. Diese Regelung begrüßen 58 Prozent der Datenschutzbeauftragten. Die Datenschutzverordnung insgesamt befürworten mit 64 Prozent sogar zwei von drei befragen Datenschutzbeauftragten. Fast die Hälfte der Datenschutzbeauftragten sieht durch die geplante EU-Verordnung allerdings steigenden bürokratischen Aufwand auf die Unternehmen zukommen.

Studie zeigt noch Skepsis der Datenschützer zum Cloud Computing

Kritisch stehen die Datenschutzbeauftragten noch dem Cloud Computing gegenüber. Fast vier Fünftel der Datenschutzbeauftragten hat Sicherheitsbedenken oder befürchtet einen Kontrollverlust. Nur 15 Prozent berichten, dass ihr Unternehmen diese virtuellen Dienstleistungen in Anspruch nehme. Ähnlich zurückhaltend bedienen sich Unternehmen offenbar der Sozialen Netzwerke: Nur 13 Prozent der befragten Unternehmen nutzen sie für die direkte Ansprache der Kunden. Die Datenschutzbeauftragten sehen gravierende Datenschutzprobleme bei der Weitergabe der Daten an die Netzwerkbetreiber.