Bereits vor 23 Jahren schloss ein Befragter der PwC IT-Sourcing-Studie seinen ersten IT-Outsourcing-Vertrag ab. Und seitdem hat sich an der Beliebtheit wenig geändert, wie die Erhebung zeigt: Die Anwender sind größtenteils zufrieden und haben dieses Bezugsmodell fest in ihre Unternehmen integriert. Indes: Vor allem durch die Multi-Vendor-Sourcing entstehen neue Herausforderungen, auf denen die Nutzer Antworten finden müssen.
Keine Frage: Die Studie "IT-Sourcing-Studie 2012. Aktuelle IT-Sourcing-Perspektiven erkennen und nutzen" zeigt, dass die Auslagerung von IT-Dienstleistungen als Managementwerkzeug in der IT etabliert ist. Sie unterstützt Unternehmen bei der Beantwortung der Frage nach der richtigen Fertigungstiefe und der idealen Lieferkette. Dabei haben sich allerdings gerade in der jüngsten Vergangenheit einige, maßgebliche Trends ergeben, die in der Sourcing-Strategie berücksichtigt werden müssen: Wie gestaltet sich beispielsweise eine optimale Governance-Funktion? Wie organisiert man verschiedene interne und externe Dienstleister in einem Multi-Provider-Umfeld? Welche Services lassen sich in die Cloud verlagern?
Auch eröffnen aktuelle Trends wie Cloud Computing und Multi-Vendor-Sourcing, die beide Kostenreduzierung und höhere Flexibilität versprechen, interessante Perspektiven. Darüber hinaus stehen IT-Verantwortliche regelmäßig vor weiteren strategischen Entscheidungen wie der Auswahl von Handlungsalternativen am Ende der Laufzeit eines Outsourcing-Vertrages. Vor diesem Hintergrund gibt die Studie Klarheit über den heutigen Stand des IT-Sourcing und die zukünftigen Entwicklungen in diesem Umfeld. Dabei sind im Einzelnen vor allem folgende Tendenzen zu erkennen:
Zufriedenheit mit dem operativen, taktischen und strategischen Berichtswesen
- Strategie
Die Top 3 der genannten Sourcing-Ziele sind Kostenreduzierung, Standardisierung und Flexibilisierung. Die IT-Bereiche der Befragten weisen durchschnittlich zu 58 Prozent den notwendigen Standardisierungsgrad auf, um erfolgreich ausgelagert zu werden. Große Potenziale für eine Erhöhung des Standardisierungsgrades werden von den Befragten bei Schnittstellen und in der Anwendungslandschaft gesehen.
- Sourcing-Portfolio
Stark standardisierte Services, sogenannte Commodity Services wie beispielsweise der Netzbetrieb, lagern Unternehmen häufiger aus als unternehmensspezifische Dienstleistungen wie etwa die Anwendungsentwicklung. Einhergehend mit der Globalisierung werden IT-Dienstleistungen zunehmend von Anbietern aus Nearshore- und Offshore-Regionen bezogen.
- Akzeptanz
Die Zufriedenheit mit der Zusammenarbeit wird unmittelbar durch das Preis-Leistungs-Verhältnis bestimmt. Knapp 80 Prozent der Befragten sind, anders als in der öffentlichen Wahrnehmung, mit ihren IT-Sourcing-Anbieter zufrieden oder sogar sehr zufrieden.
- Dienstleister und deren Steuerung
Die befragten Unternehmen setzen zu einem großen Teil auf zwei (theoretisch) konkurrierende Dienstleister, was den Trend zu mehr Multi-Vendor-Outsourcing bestätigt. Bei der unternehmensseitigen Zusammenarbeit der Fachbereiche Recht, Einkauf und IT sieht mehr als die Hälfte der Interviewpartner Verbesserungsmöglichkeiten. Überdies bestehen Verbesserungspotenziale beim Berichtswesen der Anbieter.
- Cloud
Die Mehrheit der Interviewpartner sieht im Cloud Computing eine vielversprechende Erweiterung ihrer IT-Sourcing-Optionen. Es herrscht Einigkeit darüber, dass Cloud-Lösungen veränderte Governance-Strukturen, neue Vertragsarten und Verrechnungsmodelle sowie angepasste Kontrollmechanismen verlangen. Der am häufigsten genutzte Cloud-Service ist "Infrastructure as a Service" aus einer Private Cloud, der am seltensten genutzte ist "Platform as a Service" aus der Public Cloud. Über die Hälfte der Befragten sieht die Integration von Cloud-Services in ihre bestehende IT-Landschaft als eine der drei größten Herausforderungen an.
Bibliographische Daten
IT-Sourcing-Studie 2012
Aktuelle IT-Sourcing-Perspektiven erkennen und nutzen
Herausgeber
PwC
Bibliographie/Quelle
Juli 2012
56 S.