Deutschland und Frankreich sind wirtschaftlich eng verflochten. Wie sich der Markt für Unternehmenstransaktionen in und zwischen den beiden Ländern entwickelt, untersucht die PwC-Studie M&A Transaktionen in Deutschland und Frankreich.
Frankreich ist für Deutschland der wichtigste Handelspartner und umgekehrt. 2011 stieg das Handelsvolumen beider Länder auf 168 Milliarden Euro. Auch die Firmenübernahmen zwischen Deutschland und Frankreich nahmen nach dem Ende der Rezession zu, wie die PwC-Studie "M&A Transaktionen in Deutschland und Frankreich" aufzeigt. So stieg die Zahl der Übernahmen durch deutsche Investoren in Frankreich 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent auf 30. Die Zahl der Transaktion von französischen Unternehmen in Deutschland lag bei 38, das entspricht einem Plus von 65 Prozent. "Eine große Anzahl deutsch-französischer Transaktionen findet in den Bereichen Industrieprodukte, Luftfahrt und Verteidigung, Automobilindustrie sowie Transport und Logistik statt, was sich unter anderem durch die starke Positionierung des deutschen Mittelstands in diesen Industrien erklärt", sagt Erik Hummitzsch, Partner PwC Transactions Services und Head of French Business Group Transactions.
Generell lassen sich bei Transaktionen in beiden Ländern Unterschiede feststellen: "Traditionell ist der französische Markt eher von Protektionismus gegenüber ausländischen Käufern geprägt. Ein Beispiel ist die 2006 geplante, aber verhinderte Übernahme des französischen Versorgers Suez durch das italienische Unternehmen Enel", sagt Olivier Lorang, Director PwC Transaction Services Paris und Head of German Business Group Transactions. So liegt der Anteil der grenzüberschreitenden Transaktionen in Deutschland mit 30 Prozent deutlich höher als in Frankreich, wo Übernahmen durch ausländische Unternehmen nur 22 Prozent ausmachen.
Frankreich belegt bei den Käuferländern für deutsche Unternehmen hinter den USA, Großbritannien, der Schweiz und den Niederlanden den fünften Platz. Deutschland ist vor allem wegen seiner mittelständischen Familienunternehmen interessant. "Deutsche Unternehmen stehen oft vor Nachfolgeproblemen. Partnerschaften mit strategischen Investoren, insbesondere französischen, erscheinen hier als interessante Alternative zum Kauf durch Finanzinvestoren", betont Olivier Lorang. Deutschland rangiert bei den Käuferländern für französische Unternehmen auf dem dritten Rang. Die ersten Plätze belegen USA und Großbritannien. Für deutsche Unternehmen ist der französische Markt allein schon wegen seiner Größe attraktiv. Gleichzeitig eröffnet der französische Markt die Möglichkeit, Zugang zu ausländischen Märkten wie zum Beispiel Afrika zu bekommen.
Im Untersuchungszeitraum 1999 bis 2010 zeigte der französische Transaktionsmarkt insgesamt eine deutlich höhere Aktivität. So kam es in Frankreich zu 23.838 Transaktionen, in Deutschland dagegen nur 17.963. Dafür fiel das durchschnittliche Volumen pro Transaktion in Deutschland fast doppelt so hoch aus.
M&A Transaktionen in Deutschland und Frankreich
PwC Deutschland
PwC Frankreich
Dezember 2011
24 S.
zahlr. Tab. und Abb.
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