Strategien für Big Data: Daten sind die Währung des 21. Jahrhunderts

Noch nie wussten Unternehmen so viel über ihre Kunden, Märkte und Produkte wie heute. Beim Shoppen, Mailen, Twittern, Chatten, Surfen, Voten oder nur beim Tragen eines Smartphones entstehen unüberschaubare Datenmengen. Das Problem: Unternehmen sind kaum mehr in der Lage, diese Informationen auszuwerten, geschweige denn gewinnbringend einzusetzen. Dabei lässt sich das in den Daten schlummernde Wissen als Wettbewerbsvorteil nutzen. Wem es gelingt, die wichtigen Daten zu erkennen und als strategische Ressource einzusetzen, verschafft sich einen strategischen Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb.

Die Einsatzmöglichkeiten von Big Data sind extrem vielfältig und die Schnelligkeit des technischen Wandels schwindelerregend. Unternehmen, die sich hierzu nicht strategisch aufstellen, bleiben auf der Strecke.

Besonders Unternehmen, die viele Daten generieren – wie Finanzdienstleister, die Handel- und Konsumgüterbranche, Technologie-Firmen oder das Gesundheitswesen – benötigen deshalb Orientierung im Datenmeer und eine Strategie für "Big Data". Oftmals ist das Tempo der Datenauswertung noch entscheidender als die reine Datenmenge. Durch Auswertungen in Echtzeit können Unternehmen deutlich schneller handeln als der Wettbewerb. Die Schwierigkeit: Gesammelte Daten stammen meist aus vielen verschiedenen Quellen und sind daher in ihrer Form nicht immer strukturiert und homogen – und somit nicht leicht zu analysieren.

 

Big Data
Dimensions

Datenmenge (Volume)

Neben den Daten, die von außen in ein Unternehmen fließen, wächst auch die von ihm selbst erzeugte Datenmenge. Dabei ist unerheblich, ob es um Tera-, Peta-, Exa-, oder Zetabytes geht, um Datenbanken oder Streamingdaten, um Speicherung oder In-Memory-Lösungen. Entscheidend ist vielmehr, wie zielgerichtet und effektiv die Daten genutzt werden können. Als Big Data werden Datensätze bezeichnet, deren Größe die Fähigkeiten typischer Datenbanksoftware zur Speicherung, Verarbeitung und Analyse übersteigt.

Datenquellen (Reach)

Ein zentraler Aspekt von Big Data ist die Datenherkunft. Es gilt zu prüfen, welche Daten im Unternehmen vorhanden sind, welche davon bereits aktiv genutzt werden und welche noch nicht bzw. weshalb nicht. Es kann auch sinnvoll sein, externe Daten einzubeziehen oder diese innerhalb der Organisation – etwa mithilfe einer Datenlandkarte – neu zu erheben. Zudem ist zu klären, welche Daten für eine bestimmte Entscheidung jeweils erforderlich sind.

Komplexität (Variability)

Die Analyse polystrukturierter Daten erfordert enorme Rechnerleistungen, da komplexe Algorithmen zur Anwendung kommen. Mit entsprechender Technologie und richtiger Anwendung lassen sich jedoch völlig neue Erkenntnisse generieren (Data Mining), die es ermöglichen, Zusammenhänge, Abhängigkeiten und Widersprüche zu erkennen oder sogar Vorhersagen und somit effizientere und effektivere Managemententscheidungen zu treffen.

Geschwindigkeit und Datenauswertung (Velocity)

Bei der Auswertung von Daten ist Schnelligkeit oft noch wichtiger als die Menge. Durch Auswertungen in Echtzeit oder annähernder Echtzeit können Unternehmen schneller und flexibler agieren und sich so strategische Wettbewerbsvorteile verschaffen. Sie können Trends zeitnah erkennen: zum Beispiel in E-Shops durch Suchanfragen nach einem bestimmten Produkt, das bislang nur die Konkurrenz anbietet.

Datenvielfalt (Variety)

Die heute zu verarbeitenden Daten stammen aus unterschiedlichsten Quellsystemen (Sprache, Bild, Text), Eingabesystemen (z. B. Notebooks, mobile Endgeräte, digitale Bezahlsysteme, soziale Medien) und Applikationen. Die Datenstrukturen und -formate sind somit sehr unterschiedlich.

PwC bietet Konzepte, Prozesse und Technologien für den Umgang mit dieser Datenvielfalt. Die PwC-Experten beraten Firmen sowohl bei der Formulierung ihrer Big-Data-Strategie und der Suche nach Einsatzmöglichkeiten als auch bei der Analyse und Interpretation der Daten sowie bei der Umsetzung von Maßnahmen. Was die PwC-Spezialisten auszeichnet: Sie kennen die Geschäftsprozesse, haben aber auch großes Technologie- und Branchen-Know-how. Als unabhängiger Berater unterstützt PwC Unternehmen dabei, Transparenz in ihre Datenvielfalt zu bringen und diese gewinnbringend zu nutzen.

Florian Buschbacher

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Florian Buschbacher,
Senior Manager bei PwC und Experte für Data Analytics

Die Chancen von Big Data: Effizienter werden und sich vom Wettbewerb abheben

"Durch die Nutzung von Big Data gewinnen Unternehmen neue Erkenntnisse, mit denen sie ihre strategische und operative Steuerung, etwa im Hinblick auf Risikominimierung, Kundenbindung, Marktpositionierung oder Profitsteigerung, verbessern können. Durch das Wissen, das in den großen Datenmengen steckt, können Unternehmen somit effizienter werden und sich vom Wettbewerb abheben", fasst Michael Rasch, Partner bei PwC und Digital Transformation Leader Deutschland, die Vorteile zusammen.

"Um das Potenzial von Big Data optimal zu nutzen, bedarf es allerdings einer durchdachten digitalen Wertschöpfungsstrategie. Ausgangspunkt für die Fragen, auf die Big-Data-Projekte Antworten finden sollen, ist immer die Unternehmensstrategie", ergänzt Florian Buschbacher, Experte für Data Analytics. „Die Analyse der relevanten Daten verschafft Unternehmen einen Gesamtüberblick und bringt Transparenz in Geschäftsprozesse und Marktsituation. Insofern können Big-Data-Projekte der Unternehmensführung eine fundierte Basis für ihre Entscheidungen liefern", so der Experte.

Anteil der Erlöse aus digitalen Medien 2012 und 2017

Auf einen Blick: Die Vorteile durch die Nutzung von Big Data

  • Klare Entscheidungsgrundlagen schaffen
  • Geschäftsprozesse optimieren
  • Risiken kalkulieren und minimieren
  • Profitabilität steigern
  • Preise dynamisch gestalten
  • Am Kunden orientieren
  • Marktpotenziale identifizieren und ausschöpfen


Florian
Buschbacher

Unter dem Schlagwort "Big Data" versteht man die Analyse großer Datenmengen aus vielfältigen Quellen, in hoher Geschwindigkeit und mit dem Ziel, wirtschaftlichen Nutzen zu erzeugen. Wie genau können Unternehmen denn von Big Data profitieren?

Florian Buschbacher: Die Einsatzgebiete und die damit verbundenen Chancen sind äußerst vielfältig. Zum Beispiel können Unternehmen mittlerweile eine Vielzahl von zusätzlichen Datenquellen nutzen, wie soziale Netzwerke, internetbasierte Kommunikation oder mobile Internetnutzung. Diese Daten sagen viel über die Präferenzen der Kunden aus. Dank der hohen Rechnerleistungen und analytischer Verfahren ist es heutzutage sogar schon möglich, Daten zum Kaufverhalten im Online-Handel in Echtzeit zu berücksichtigen und so das Angebot optimal auf die Wünsche der Kunden auszurichten. Durch eine gezielte Datenanalyse sind Unternehmen also in der Lage, noch besser den Konsumgewohnheiten ihrer Kunden zu entsprechen und dadurch die Kundenzufriedenheit und -Bindung zu steigern.

Klingt nach einer schönen neuen Welt. Können Sie konkrete Beispiele für diese neuen Einsatzmöglichkeiten nennen?

Buschbacher: Da gibt es viele. Händler haben zum Beispiel die Möglichkeit, mit einer gezielten Datenanalyse und mit Hilfe spezieller technischer Verfahren ihre Bestellmengen optimal an der Nachfrage ihrer Kunden auszurichten und so ihre Lagerbestände zu optimieren. Des weiteren können Händler mithilfe von Big-Data-Verfahren Gründe für Retouren besser verstehen, Retourenprognosen sowie das Retourenmanagement optimieren sowie gezielt Maßnahmen zur Reduktion von Retouren ergreifen. Produktionsunternehmen können dank analytischer Datenauswertungen (z.B. Echtzeitauswertungen von Sensoren und Produktionsmitteln), noch besser den Eintritt potenzieller Störungen im Produktionsprozess vorhersagen und dadurch mit gezielten Gegenmaßnahmen für einen reibungslosen Produktionsablauf sorgen. Oder nehmen wir die Konsumgüterbranche: Erste Vorreiter analysieren das Einkaufsverhalten ihrer Kunden, indem sie die vorhandenen Informationen intelligent verknüpfen. Dadurch sind sie in der Lage, ihre Produkte gezielt zu bewerben, Online-Informationen zu den Produkten bereitzustellen oder den Kunden per Smartphone beim Navigieren im Supermarkt zu helfen.

Für Unternehmen bedeutet das im Idealfall mehr Umsatz. Inwiefern profitieren denn die Kunden von diesen neuen Möglichkeiten?

Buschbacher: Big Data wird nicht nur revolutionäre Geschäftsmodelle hervorbringen, sondern auch das Leben jedes Einzelnen verändern. Der Kunde rückt immer mehr in den Mittelpunkt: In wenigen Jahren werden wir im Supermarkt unserer Wahl immer sofort alle unsere Produkte finden oder wir werden sie direkt frisch zu Hause im Kühlschrank vorfinden. Das Auto der Zukunft wird sich selbst zur Inspektion anmelden, alle benötigten Ersatzteile werden vor Ort sein. Wir müssen nur noch den vom Auto vorgeschlagenen Termin bestätigen. Klingt fast ein bisschen unheimlich.

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