Rund 20.000 Konzessionsverträge für Strom- und Gasnetze werden bundesweit in den kommenden Jahren auslaufen. Gleichzeitig ist ein Trend zur Rekommunalisierung zu beobachten. Für Kommunen stellt sich die Frage, ob sie weiterhin Konzessionen an Dritte vergeben, den Netzbetrieb vollständig selbst übernehmen oder als Mittelweg ein Kooperationsmodell wählen. Auch für die bisherigen Netzbetreiber stellt sich die Frage, wie sie sich bei der Neuvergabe bestmöglich aufstellen. Dabei sollten neben geschäftspolitischen Zielsetzungen auch juristische, energiewirtschaftsrechtliche, steuerliche, prozessuale und bilanzielle Fragestellungen beachtet werden
Im Zusammenhang mit der Neuordnung des Strom- und Gasnetzbetriebs gibt es verschiedenartig ausgestaltete Kooperationslösungen.
Je nach gewähltem Modell können die bilanziellen Folgen andere sein. Insbesondere stellt sich die Frage, wer nun die Netzanlagen und deren Finanzierung zu bilanzieren hat:
Neben HGB stellt insbesondere auch die Bilanzierung nach IFRS, die in der Regel zu einem anderen Ergebnis als HGB kommt, die Unternehmen vor Herausforderungen. Ziel ist, dass das Ergebnis für beide Parteien optimal ist, wobei sich die Kommunen nur auf HGB beziehen und die Netzebertreiber teilweise beide Rechnungslegungswerke zu berücksichtigen haben. Wichtige Bilanzierungsregeln nach IFRS wie die Regeln zu Konsolidierung, Joint Arrangements und Leasing sind derzeit auf dem Prüfstand des IASBs. Greifen künftig die Konsolidierungsregeln nicht, hat das pachtende Unternehmen nach den derzeitigen Entwürfen in jedem Fall ein Nutzungsrecht sowie eine Zahlungsverpflichtung in die Bilanz zu nehmen.
Sind die Verträge erst einmal abgeschlossen, ist es oft zu spät, negative Folgen auf die bilanzielle Darstellung, die künftige Ergebnisentwicklung und auf bedeutende Kennzahlen zu verhindern. Hierzu gehört unter anderem eine umfassende Analyse der geschäftspolitischen Vorgaben, der relevanten Steuerungsgrößen und deren Auswirkungsbereiche sowie der bisherigen und künftigen Bilanzierungsregeln. PwC-Experten helfen, diese Effekte im Detail zu analysieren und Handlungsalternativen zu finden. Dies ermöglicht Unternehmen, die Effekte aus solchen Transaktionen frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren. Darüber hinaus gewinnen sie Planungssicherheit, weil die zu erwartenden Effekte auf Bilanz und Kennzahlen frühzeitig analysiert werden.