PwC-Studie: Wie gut sind deutsche Energieversorger auf Notfälle vorbereitet?

Energieversorger sind von enormer Bedeutung für das öffentliche Leben und müssen eine verlässliche Energieversorgung gewährleisten. Dazu gehört auch eine effektive Vorbereitung auf potenzielle Notfälle, um dann im Ereignisfall zielgerichtet und schnell agieren zu können. Doch wie gut ist das Notfallmanagement von deutschen Energieversorgern wirklich? Die Antwort liefert eine aktuelle PwC-Studie. Sie zeigt auf, wie die Energieversorger aufgestellt sind und wo noch Handlungsbedarf besteht.

Notfälle können in der Energiewirtschaft schwerwiegende Folgen haben. Sie können die Versorgung von Haushalten und Unternehmen mit Strom oder Gas gefährden und darüber hinaus große Schäden verursachen. Wie Unternehmen mit dem Thema in der Praxis umgehen, zeigt die PwC-Studie „Wie gut sind deutsche Energieversorger auf Notfälle vorbereitet?“. 58 überwiegend mittelständische Betriebe, die vor allem regional tätig sind, standen Rede und Antwort.

Eine systematische Analyse von relevanten Notfallszenarien findet nur teilweise statt

Die Befragung zeigt, dass Not- bzw. Störfälle von den 58 Studienteilnehmern sehr unterschiedlich definiert werden: Während einige Befragte konkrete Kriterien aufstellen, greift bei anderen ein Notfallplan erst dann, wenn sich die Situation nicht mehr ohne externe Hilfe bewältigen lässt. „Dabei ist die genaue Definition eines Notfalls eine wichtige Voraussetzung für ein effektives Notfallmanagement“, sagt Thomas Tilch, PwC-Experte für Risiko- und Notfallmanagement. Eine systematische Analyse relevanter Notfallszenarien führen etwa zwei von drei befragten Unternehmen durch. Bei den übrigen besteht damit die Gefahr, dass im Rahmen des etablierten Notfallmanagements keine ausreichenden Vorsorgemaßnahmen getroffen werden und das System im Ernstfall versagt.

Notfallmanager soll sämtliche Aufgaben koordinieren

Damit Unternehmen schnell reagieren können, müssen Verantwortlichkeiten klar abgesteckt sein. Zudem sollten aufeinander abgestimmte Prozesse des Notfallmanagements sowie klare Schnittstellen, bspw. zum Risikomanagement, existieren. Wie die Studie zeigt, liegt die Zuständigkeit für die Notfallprävention bei 81 Prozent der teilnehmenden Unternehmen beim Vorstand. Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen hat keinen eigenen Notfallmanager. „Wir empfehlen größeren Unternehmen, einen Notfallmanager zu benennen, der sämtliche Aufgaben überwacht und koordiniert“, so Tilch.

Bei fast der Hälfte gibt es keine regelmäßigen Notfallübungen

Ein Notfallmanagement kann nur funktionieren, wenn die Mitarbeiter eingebunden sind und regelmäßig geschult werden. Eine wichtige Rolle kommt dabei auch Notfallübungen zu. Sie helfen Mitarbeiten, im Ernstfall schnell und effektiv zu reagieren. Immerhin finden bei fast 46 Prozent der teilnehmenden Unternehmen keine regelmäßigen Notfallübungen statt, wie die PwC-Studie aufzeigt.