Umweltfreundliche Mini-Blockheizkraftwerke liegen voll im Trend. Auch die Versorger entdecken dieses lukrative Geschäftsfeld. PwC hat zu diesem Thema im Frühjahr 2010 eine Arbeitsgemeinschaft mit aktuell 42 Stadtwerken initiiert. Sie bietet eine Plattform zum Austausch von Ideen und Erfahrungen.
Für lokale Versorger eröffnen Mini-Blockheizkraftwerke attraktive Chancen. Mit diesen Geräten lässt sich umweltschonend vor Ort Wärme erzeugen, gleichzeitig aber auch Strom produzieren. Auf dem Heizungsmarkt zeichnet sich ein Umbruch ab: "Die Zukunft gehört Anlagen, die den Wunsch der Verbraucher nach eigenständiger Versorgung vor Ort mit umweltfreundlichen Technologien verbinden", sagt Dr. Volker Breisig, Partner im Bereich Advisory bei PwC und zuständig für das Thema Gaswirtschaft. Zu den Gewinnern dieser Entwicklung könnten auch Mini-Blockheizkraftwerke gehören. Daher hat PwC im Frühjahr 2010 die Arbeitsgemeinschaft Mini-Blockheizkraftwerke (ARGE Mini-BKHW) initiiert. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von aktuell 42 Stadtwerken aus dem gesamten Bundesgebiet.
Die Teilnehmer der ARGE Mini-BKHW können auf die Erfahrungen und das Know-how verschiedener Akteure zurückgreifen und bekommen damit Antworten auf alle relevanten wirtschaftlichen, technologischen und rechtlichen Fragen. Neben der Entwicklung eines gemeinsamen Marktauftritts sind zum Beispiel auch Wirtschaftlichkeitsberechnungen oder die vertragliche Ausgestaltung von innovativen Produkten Schwerpunkte der Arbeit. Vor allem ist die Arbeitsgemeinschaft aber auch eine Plattform zum Austausch von Ideen und Erfahrungen der in diesem Wachstumsfeld tätigen Versorger.
Das Wachstumspotenzial ist beachtlich: "Wenn es gelingt, einheitliche Standards zu entwickeln, können Mini-Blockheizkraftwerke zu einem Massengeschäft werden", erklärt Breisig. Auch langfristig bietet das Engagement große Vorteile: Schließlich verstärken solche Angebote die Kundenbindung und verbessern das Image der Versorger. Zudem konzipiert die Arbeitsgemeinschaft derzeit eine gemeinsame Dachmarke für diese in dieser Größenordnung neuartigen "Wärme- und Stromerzeuger", die die beteiligten Energieversorger auch für ihr regionales Marketing verwenden können.
"Der Trend zu innovativen und regenerativen Technologien ist auf dem Heizungsmarkt nicht mehr aufzuhalten", sagt Breisig. Der Marktanteil von herkömmlichen Heizungstechnologien nimmt ab. Schon jetzt erfreuen sich Wärmepumpen und Pelletheizungen bei privaten Haushalten großer Beliebtheit. Auch Mini-Blockheizkraftwerke profitieren von dieser Entwicklung: Sie versorgen Einfamilienhäuser aber auch größere Gebäude mit Energie. Mit der Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen sie gleichzeitig Strom und Wärme. Die Verbraucher können je nach Bedarf den Strom selbst nutzen und die Überschüsse ins allgemeine Stromnetz einspeisen. Im Vergleich zu einer getrennten Erzeugung wird deutlich weniger Brennstoff verbraucht und der CO2-Ausstoß reduziert. Für die Verbraucher ist das eine attraktive Lösung, denn der Staat unterstützt diese effiziente Form der Energieerzeugung.
Noch steht die Einführung der Mini-Blockheizkraftwerke am Anfang. Nach Einschätzung der PWC-Experten besteht jedoch ein hohes Interesse bei den Endverbrauchern. Und das ist die entscheidende Voraussetzung für ein starkes Wachstum im Segment der Mini-Blockheizkraftwerke in den kommenden Jahren. Auf diesem Markt sollten sich Versorger positionieren, sind die PwC-Experten überzeugt.