Ab Juni 2017 müssen alle Kreditinstitute eine FinRep-Meldung erstellen

Am 26.03.2015 veröffentlichte die EZB die finale Version der Verordnung über die Meldung aufsichtsrechtlicher Finanzinformationen (EZB/2015/13) mit dem Ziel, ein einheitliches und europaweit vergleichbares Reporting sicherzustellen und bestehende Datenlücken zu schließen.

Der Anwenderkreis wurde gegenüber den bisher bestehenden Regelungen erheblich erweitert. Im Ergebnis müssen nun grundsätzlich alle Kreditinstitute ihre Finanzinformationen melden. Während bislang nur IFRS-Gruppen zur FinRep-Meldung (Financial Reporting Meldung) verpflichtet waren, unterliegen nun auch HGB-Gruppen und HGB-Einzelinstitute der Meldepflicht. Darüber hinaus müssen in Deutschland ansässige Niederlassungen von Kreditinstituten, die ihren Sitz nicht in einem Mitgliedsland des Single Supervisory Mechanism (SSM) haben (z.B. Schweiz), ebenfalls Finanzinformationen melden. In diesem Zusammenhang ist häufig auch die Rede von FinRep 2.0.

Das FinRep-Berichtswesen unterscheidet vier Reportingansätze – abgestuft von einer vollumfänglichen Meldung („Full FinRep“) bis hin zur Meldung einzelner „Data-Points“ – die sowohl den Meldeumfang als auch die Meldekomplexität erheblich beeinflussen. Der Meldeumfang und der Erstanwendungszeitpunkt der Meldung werden bestimmt durch

  • die Einstufung als bedeutendes oder weniger bedeutendes Unternehmen,
  • die Rechnungslegungsvorschrift (IFRS oder national GAAP/ HGB) sowie
  • den Konzern- oder Einzelabschluss.
     

Nach derzeitigem Kenntnisstand wird die überwiegende Zahl der FinRep HGB-meldepflichtigen Institute Anwender voraussichtlich dem Meldeumfang „Simplified“ bzw. „Oversimplified“ unterliegen. Für diese Anforderung, die bis zu 38 Tabellen umfasst, ist die FinRep-Meldefähigkeit bis zum Stichtag 30.06.2017 herzustellen.

Die wesentlichen Herausforderungen erkennen

Im Vergleich zu den bisherigen nationalen Meldeanforderungen für HGB-Bilanzierer (z.B. BISTA, FinaV) führen die deutlich erweiterten Berichtspflichten zu inhaltlichen, prozessualen und organisatorischen Herausforderungen. Dies ist bei vielen Instituten mit umfangreichen Anpassungen der IT-Systeme in den Bereichen Rechnungswesen und Meldewesen verbunden. Insbesondere die Anforderungen zu Forbearance werden durch die HGB-Anwender vollständig neu konzipiert und umgesetzt werden müssen.

Aus unserer Erfahrung aus zahlreichen FinRep-Einführungsprojekten kennen wir die wesentlichen Herausforderungen für eine erfolgreiche Umsetzung der neuen FinRep-Anforderungen.
 

Unsere Leistungen für eine erfolgreiche FinRep-Einführung im Überblick

Die Reportingprozesse müssen künftig die Informationsanforderungen der nationalen und internationalen Aufsichtsbehörden abdecken und gleichzeitig eine flexible und effiziente Berichtserstellung sicherstellen. PwC ist führend in der Einführung von FinRep sowohl bei großen internationalen als auch bei kleineren Instituten. Auf Basis unseres Vorgehensmodells und unserer umfassenden Erfahrung zur FinRep-Umsetzung realisieren wir gemeinsam mit Ihnen eine passgenaue Lösung und unterstützen Sie effektiv während ihres gesamten Projekts: Ganzheitlich und aus einer Hand – angefangen bei der Fachkonzeption bis hin zur IT-Umsetzung.

Den Ausgangspunkt unseres Vorgehensmodells bildet die Vorstudie. Ziel ist es, eine fachliche Basis zu schaffen und die Umsetzungsphase detailliert vorzubereiten. Der Fokus liegt schwerpunktmäßig in der Durchführung einer Gap-Analyse in Bezug auf Daten, Prozesse sowie Systeme als Grundlage für die Ausgestaltung der Umsetzung. Eine Beurteilung und Bewertung von Optionen zur Schließung von Gaps, insbesondere unter Berücksichtigung eines IT-Zielbildes, rundet unsere Abweichungsanalyse ab.

Sämtliche Schritte erfolgen selbstverständlich unter der Berücksichtigung einer engen Abstimmung mit den Fachbereichen und der IT.

Ihr Nutzen aus der Zusammenarbeit mit PwC

  • Aufgrund der weitreichenden FinRep-Projekterfahrung ist keine Einarbeitungszeit erforderlich und wir können Sie ab dem ersten Tag effektiv unterstützen
  • Durch die zielgerichtete Einbeziehung notwendiger Fachressourcen und ein abgestimmtes Vorgehen mit der IT wird ein schonender Einsatz interner Ressourcen sichergestellt
  • Wir erarbeiten pragmatische und revisionssichere Lösungen
  • Die Einbeziehung des PwC-Netzwerks sichert Ihnen schnelle Antworten auf komplexe Themen unter Berücksichtigung unseres Benchmarking-Wissen

In der Umsetzungsphase unterstützen wir Sie bei der Feinspezifikation und IT-Implementierung der fachlichen Vorgaben für FinRep. Hierfür erstellen wir u.a. IT-nahe Fachkonzepte, z.B. durch Entwicklung von Mappingvorgaben. Gern unterstützen wir Sie auch bei der Softwareauswahl und -einführung einer neuen Konsolidierungs- und Reportinglösung.

Darüber hinaus übernehmen wir die Anpassung und Konzeption der ablauforganisatorischen Prozesse und stellen die Prozessdokumentation mit klaren Verantwortlichkeiten und Prozessvorgaben sicher.

Ihr Nutzen aus der Zusammenarbeit mit PwC

  • Effiziente IT-Umsetzung, inkl. Erstellung eines FinRep-Datenmodells (Mapping) sowie Sicherstellung konsistenter Werte zwischen IFRS- bzw. HGB und FinRep
  • Prozessdesign unter Berücksichtigung sämtlicher interner Prozesse (Jahres-/ Halbjahres-/ Quartalsabschlussprozesse, Change Prozesse, etc.) und Festlegung klarer End-to-End Prozessverantwortlichkeiten

Das Testing im Rahmen der dritten Phase unterteilt sich in vier aufeinander aufbauende Schritte. Die Testkonzeptionsphase beinhaltet die Erstellung einer umfassenden Teststrategie, in welcher wir zusammen mit Ihnen u.a. die Ziele, den Zeitrahmen, die theoretische Abdeckung wesentlicher Funktionalitäten und die Anforderungen an die Testumgebung festlegen. Die Konkretisierung der Testdefinitionen, -bedingungen und -zyklen sowie die Spezifikation von Input-Daten und den erwarteten Ergebnissen erfolgen in den Testdetailkonzepten. Die Ergebnisse aus der Testdurchführung, welche sich auf die beiden nachfolgenden Phasen erstreckt, werden in einem Testabschlussbericht zusammengefasst.

Der mit dem PwC Partnering-Ansatz verfolgte Grundsatz, die Projektmitarbeiter Ihres Hauses von Beginn an direkt in sämtliche Erstellungs- und Abstimmprozesse des FinRep-Lebenszyklus einzubinden, baut bankseitig Schlüsselressourcen auf und gewährleistet eine nachhaltige und reibungslose Übergabe in den operativen Betrieb. Selbstverständlich stehen wir Ihnen bei Bedarf gern auch nach dem Go Live für Nacharbeiten und stabilisierende Maßnahmen in der Linie zur Verfügung.

Ihr Nutzen aus der Zusammenarbeit mit PwC

  • Ressourcenschonung/ effizienter Ressourceneinsatz für Testaktivitäten
  • Qualitativer und quantitativer Abgleich zwischen FinRep und dem Jahresabschluss zur Sicherstellung einer konsistenten Meldung
  • Revisions- und prüfungssichere Dokumentation der Testergebnisse
  • Hands-on Mentalität und Teamwork, um Akzeptanz durch eine ganzheitliche Sicht zu fördern und die Kommunikation zwischen den Abteilungen und Kompetenzen zu verbessern 

Kurze Updates zu aktuellen Entwicklungen hinsichtlich FINREP erhalten Sie stets über unseren Accounting FS Blog, der ganz einfach per Mausklick auf unserer PwC-Internetseite zu erreichen ist: http://blogs.pwc.de/accounting-fs/ Sprechen Sie uns natürlich auch gern darüber hinaus an – wir freuen uns darauf, mit unserer Expertise zu Ihrem Erfolg beizutragen!


*Im Oktober 2013 hat die EBA (European Banking Authority) den finalen Entwurf des technischen Durchführungsstandards zu Forbearance und non-performing Exposures veröffentlicht und in die FinRep-Meldung integriert. Unter Forbearance sind Zugeständnisse an Schuldner aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten zu verstehen. Diese Zugeständnisse können in Form von Vertragsmodifikationen oder Refinanzierungsmaßnahmen bestehen.