Große Hoffnungen prägen das China-Geschäft internationaler Banken

Voller Optimismus beobachten die Vertreter internationaler Banken in China die allmähliche wirtschaftliche Öffnung ihres Gastlandes. Für die PwC-Studie "Foreign Banks in China" haben 42 von ihnen ihre Einschätzungen in jeweils gut einstündigen Interviews dargelegt: "Man ist sich ziemlich sicher, dass Chinas wirtschaftliche Öffnung und der Übergang zu einer konvertiblen Währung größere Möglichkeiten für ausländische Banken bringen muss", resümiert PwC-Chinaexperte Dirk Bongers die Erkenntnisse aus der Studie.

"Die internationalen Banken verfolgen ihre Wachstumsstrategien in China offenbar entschlossen weiter", sagt China-Fachmann Bongers: Auf einer Skala von eins bis zehn stuften die Befragten das China-Commitment ihrer Firmenzentralen bei acht und höher ein; bis 2014 werde es sogar bei neun liegen, erwarten 25 der 42 Befragten. Ihr Wachstum wollen die Institute zum einen aus eigener Kraft entwickeln, zum anderen durch strategische Partnerschaften und Akquisitionen in unterschiedlichsten Bereichen der chinesischen Finanzwirtschaft.

Entsprechend wollen die internationalen Banken in China ihr Personal aufstocken: Über 50 Prozent mehr Mitarbeiter wollen die Banken nach Aussagen ihrer China-Vertreter bis 2014 beschäftigen, hauptsächlich chinesische Mitarbeiter wollen sie zusätzlich einstellen. Zu schaffen macht den Instituten allerdings die hohe Fluktuation: 18 der 42 Befragten rechnen für 2011 mit einer Fluktuationsrate von mehr als 15 Prozent, zwölf Befragte sahen im Jahr 2010 mehr als ein Fünftel ihrer Belegschaft wechseln.

Der gegenwärtige Marktanteil zeigt nicht die Möglichkeiten der Zukunft

Insgesamt kamen ausländische Banken in der VR China im Jahr 2010 auf einen Marktanteil von 1,83 Prozent, gegenüber 1,7 Prozent im Jahr 2009 konnten sie ihre Position also ausbauen. Den Löwenanteil müssen sie allerdings weiterhin den einheimischen Geldhäusern mit ihren dichten Filialnetzen überlassen. Zu kämpfen haben die internationalen Institute außerdem mit regulatorischen Auflagen, berichtet Bongers: Hohe Kapitaleinbringungserfordernisse und strenge Kapitalvorhalteregelungen erschweren ihr Geschäft.

Der Marktanteil internationaler Banken dürfte in den kommenden Jahren dennoch weiter wachsen, ist Bongers überzeugt. Auch wenn er mit weniger als zwei Prozent gut zehn Jahre nach dem Beitritt der Volksrepublik zur Welthandelsorganisation und fast fünf Jahre nach dem Ende der Übergangsfristen für die Öffnung des Bankensektors auf den ersten Blick gering wirkt: "Der Marktanteil", betont PwC-Fachmann Dirk Bongers, "reflektiert nicht, wie genau Institute Marktsegmente prüfen, in denen sie sich auszeichnen können, in denen sie stabiles langfristiges Wachstum realisieren können."

Bibliographische Angaben

Foreign Banks in China

Herausgeber

PwC Hongkong

Bibliographie/Quelle

Juni 2011
124 S.
zahlr. Tab. u. Abb.
DIN A4
PDF-Dokument

Preis

kostenlos