PwC-Studie: Auf dem Weg zu einer integrierten IT-Finanzarchitektur

Die zunehmende Regulierung wirkt sich auf die IT-Finanzarchitektur von Banken und Finanzdienstleistern aus. „Viele Institute konzentrieren sich bei Modernisierungsprojekten auf die neuen Regularien – technologische Aspekte stehen im Hintergrund. Dabei macht eine integrierte Finanzarchitektur bei der Vielzahl an regulatorischen Änderungen Sinn“, sagt Michael Rasch, PwC-Experte für IT-Finanzarchitekturen. In der Studie „IT-Finanzarchitektur – Zufallsprodukt oder gezielte Weiterentwicklung?“ nimmt PwC den Status quo bei den Unternehmen unter die Lupe.

Mit der zunehmenden Zahl an regulatorischen Vorgaben steigen die Ansprüche an die IT-Finanzarchitektur. Hier laufen Daten und Informationen zusammen, werden Prozesse gesteuert und überwacht. Doch wie gut sind Finanzinstitute aktuell aufgestellt? Die Experten von PwC haben zu dieser Frage die IT-Finanzarchitektur von 28 Banken und Finanzdienstleistern aus Deutschland und Österreich untersucht und dazu Führungskräfte der Unternehmen befragt. Sie bewerten die Güte der IT-Finanzarchitektur mit dem Reifegradmodell von PwC.

Regulatorische Anforderungen stehen im Vordergrund

„Unsere Gespräche zeigen, dass es in den Unternehmen häufig kein gemeinsames Verständnis über die Risiken und Herausforderungen im Hinblick auf die IT-Finanzarchitektur gibt“, sagt Marc Billeb, PwC-Partner und Experte für IT-Finanzarchitekturen. Deswegen wird auch das Vorgehen nur unzureichend abgestimmt. „Die Bereitschaft zu einer radikalen Veränderung der IT-Finanzarchitektur ist gering“, fügt Billeb hinzu. 90 Prozent der befragten Finanzinstitute sehen zwar die steigende Komplexität der regulatorischen Anforderungen als eine große Herausforderung für die IT-Finanzarchitektur an, dagegen betrachtet nur jeder vierte Teilnehmer die veraltete Technologie als Risiko für die Finanzarchitektur.

Standardsoftware und einheitliche Methoden sind die Ausnahme

Dabei liegen die Vorteile einer modernisierten IT-Finanzarchitektur auf der Hand: Damit können die Institute schneller und einfacher auf zukünftige Anforderungen reagieren und so auch Schnittstellen und Komplexität reduzieren. Auch aus dem Einsatz von Standardsoftware ergeben sich Vorteile. Dennoch wollen 54 Prozent der befragten Unternehmen an der individuellen Datenverarbeitung in den kommenden Jahren festhalten. Damit eine ganzheitliche, integrierte IT-Finanzarchitektur entstehen kann, sind zudem einheitliche Methoden eine wichtige Voraussetzung. Doch lediglich bei einem Drittel der Unternehmen liegt eine bereichsübergreifende Konsistenz der Methoden von mindestens 75 Prozent vor.

Fehlende Transparenz von Kosten und Performance

Die Studie zeigt, dass in historisch gewachsenen IT-Landschaften der Aufwand hoch ist, um regulatorische Anforderungen umzusetzen. In solch einem Umfeld werden Ressourcen so stark gebunden, dass komplexe Modernisierungen kaum möglich sind. Oft mangelt es auch an der Transparenz der Kosten sowie an einer klaren Bewertung der IT-Finanzarchitektur.

Institute brauchen Zeitplan und klare Ziele

Doch wie kann der Wandel der IT-Finanzarchitektur gelingen? Eine wichtige Voraussetzung sind Transparenz sowie ein gemeinsames Verständnis von IT- und Fachbereich über Kosten, Ziele sowie den Zeitplan. „Eine Roadmap, der verschiedene Szenarien zugrunde liegen, ist elementar, um die IT-Finanzarchitektur strategisch weiterzuentwickeln“, sagt PwC-Experte Rasch. Damit die Transformation der IT-Finanzarchitektur gelingt, müssen Risiken, Kosten und Komplexität in allen Phasen kontrolliert werden.