"Die Bankenbranche steht vor einem bedeutsamen Wandel. Bankvorstände werden in den kommenden Jahren weitreichende Aufgaben bewältigen müssen", fasst Burkhard Eckes, Leiter des Bereichs Banking & Capital Markets bei PwC in Deutschland, die Aussagen des 14. CEO Survey von PwC zu Banken und Kapitalmarkt zusammen: Als Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise verschärft man weltweit die Regulierung. Verbraucher hat die Krise aufgeschreckt, sie stehen der Branche teilweise kritisch gegenüber. Und in der Weltwirtschaft verschieben sich die Gewichte, etablierte Wirtschaftsmächte verlieren an Bedeutung.
Langsameres Wachstum in ihren Heimatmärkten versuchen viele Finanzinstitute auszugleichen durch stärkere Präsenz in Lateinamerika, Asien, Afrika und dem Nahen Osten. Fast zwei Drittel der Banken-CEOs, die PwC für den 14. Global CEO Survey befragt hat, halten die aufstrebenden Volkswirtschaften für wichtiger für die Zukunft ihres Unternehmens als die etablierten Märkte.
Zugleich sehen die Bankvorstände wachsende Konkurrenz von Finanzinstituten aus den sieben wichtigsten Emerging Markets, den E7-Staaten Brasilien, China, Indien, Indonesien, Mexiko, Russland und Türkei. Einige dieser Banken verfügen schon heute über eine größere Marktkapitalisierung als manche ihrer Wettbewerber aus den G7.

Burkhard Eckes
Burkhard Eckes: Wir werden uns zwar auf eine neue, größere Bankenlandschaft mit mehr globalen Playern einstellen müssen. Sicherlich wird es in den kommenden Jahren für die Institute in den Industrienationen schwieriger, ihre Wettbewerbsposition zu verteidigen. Gleichzeitig werden sie in den Emerging Markets aber auch neue Märkte für sich erschließen können.
Eckes: Die richtigen Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten, wird eine der Kernaufgaben sein. Denn im Westen wird der Pool an Fachkräften kleiner durch den demographischen Wandel. In den aufsteigenden Volkswirtschaften konkurriert man mit einheimischen Playern um die besten Köpfe. Außerdem gilt es, einen Platz im wachsenden Handel zwischen den Märkten der Zukunft zu erobern und zu halten.
Eckes: Es ist eine der größten Sorgen der Marktteilnehmer, dass die Regulierung über das Ziel hinaus schießen könnte. Dies befürchten auch die im CEO-Survey von PwC befragten Bankvorstände. Letztlich verfolgen sie aber ähnliche Ziele wie die Regulierer: Fast drei Viertel der CEOs stärken ihre Anstrengungen, das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückzugewinnen. Denn von stabilen Finanzmärkten und einer transparenten, einheitlich umgesetzten Regulierung können langfristig alle Marktteilnehmer profitieren.