"Viele Institute ordnen jetzt - nach dem Ende der Wirtschafts- und Finanzkrise - ihre Portfolios neu", meint Markus Burghardt, der bei PwC Deutschland verantwortliche Vorstand für den Bereich Financial Services, mit Blick auf die PwC-Analyse "Sharing deal insight - European Financial Services M&A news and views" zu Fusionen und Übernahmen, Mergers und Akquisitionen (M&A) in der Finanzbranche. Deshalb ist Burghardt auch überzeugt: Der drastische Einbruch des M&A-Markts im letzten Quartal des Jahres 2010 war nur vorübergehend.
"Dass die einen Finanzhäuser Bereiche abstoßen, die zu weit von ihrem Kerngeschäft entfernt sind, eröffnet anderen Instituten möglicherweise Zugang zu neuen Märkten oder neuen Kunden", erklärt Christopher Sur, Partner und Leiter des Bereichs Financial Services Transaction Services bei PwC Deutschland. Insofern seien Verkäufe immer auch zu werten als Chance für die jeweilige Käuferseite. Und weil die Institute allmählich auch Klarheit über die neuen Regularien gewinnen, fällt es ihnen immer leichter, sich wieder in Richtung strategischen Wachstums durch Zukäufe zu orientieren.
Europas Regierungen werden nach Einschätzung der Experten, die die PwC-Studie zu M&A-Aktivitäten in der europäischen Finanzbranche zusammengestellt haben, im Jahr 2011 nicht mehr die entscheidende Rolle auf dem Transaktionsmarkt spielen, die sie in den beiden Krisenjahren 2009 und 2010 innehatten. Zwar hat noch im vierten Quartal 2010 die irische Regierung für rund 3,8 Milliarden Euro 91 Prozent der Allied Irish Banks übernommen und damit die größte Banken-Transaktion des gesamten Schlussquartals 2010 beigesteuert. Doch nach Ansicht der PwC-Fachleute war die Transaktion vor allem deswegen so herausragend, weil private Investoren sich im letzten Quartal 2010 ungewohnt stark zurückhielten.
Ohne die Intervention der irischen Regierung bei Allied Irish Banks wäre im vierten Quartal 2010 das Gesamtvolumen der Mergers und Akquisitionen in der Bankenbranche unter zwei Milliarden Euro gefallen - zum ersten Mal seit 2003.
Nichtsdestotrotz blicken sowohl die PwC-Experten als auch die Mandanten, die sie für ihre Analyse "Sharing deal insight - European Financial Services M&A news and views" im Dezember 2010 und Januar 2011 befragt haben, optimistisch in die Jahre 2011 und 2012: Die Restrukturierung des Bankensektors werde der zentrale Treiber für mehr Fusionen und Übernahmen sein, zunehmend werden aber auch Wachstumsambitionen und größeres Engagement von Private-Equity-Firmen wieder an Bedeutung gewinnen.
Sharing deal insight
European Financial Services M&A news and views
PwC, London
Februar 2011
20 S.
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