Emerging Trends in Real Estate: Immobilienbranche nimmt Kurs auf deutsche Städte als 'sichere Häfen'

Mit München, Berlin und Hamburg wählen Europas Immobilienexperten im Jahr 2013 gleich drei deutsche Städte unter die fünf attraktivsten Standorte für Real-Estate-Investments in Europa. "Immobilieninvestoren suchen Sicherheit, das macht die deutschen Immobilienmärkte attraktiv", fasst Jochen Brücken, Partner und Leiter des Bereichs Real Estate bei PwC, die Ergebnisse der Studie "Emerging Trends in Real Estate" zusammen, für die PwC gemeinsam mit dem Urban Land Institute (ULI) mehr als 500 Real-Estate-Investoren, Immobilienentwickler und -finanzierer sowie Analysten und Consultants befragt hat.

Mit gemischten Gefühlen betrachten die befragten Real-Estate-Experten der PwC-Studie "Emerging Trends in Real Estate" zufolge den europäischen Immobilienmarkt: Einerseits zeigt die Umfrage so viel Pessimismus wie zuletzt im Jahr 2004 über die Entwicklung der Immobilienmärkte in den 27 europäischen Metropolen, die in den "Emerging Trends in Real Estate" untersucht werden.

"Mit 45 Prozent erwartet fast die Hälfte der Befragten, dass die Immobilienpreise mindestens noch bis 2017 stagnieren", beschreibt PwC-Immobilienfachmann Jochen Brücken die vorsichtige Stimmung in der Branche.

Vier von fünf Befragten geben allerdings auf der anderen Seite auch an, dass die Krise der Eurozone neue Möglichkeiten für ihr Unternehmen geschaffen habe. "Die Immobilienbranche hat offenbar nach fünf Jahren der Restrukturierung allmählich einen Weg gefunden, mit der neuen, volatileren Normalität umzugehen", folgert Jochen Brücken: Investoren verfolgten setzten gegenwärtig weniger auf Investmentstrategien für ganze Regionen oder Sektoren, stattdessen wählten sie sehr sorgfältig die Ziele für ihre Investments, die Erträge und Sicherheit versprächen, beobachtet Brücken.

Die fünf attraktivsten Immobilienmärkte Europas

1. München

Die bayerische Landeshauptstadt punktet mit ihrer Mischung aus Global Playern und mittelständischen Unternehmen als Mieter von Gewerberäumen. Geringer Leerstand und ein eingeschränktes Immobilienangebot lassen Investoren auf steigende Mieterlöse hoffen. Dass immer mehr Touristen, insbesondere aus den BRIC-Staaten, in die Stadt kommen, stärkt die Aussichten im Bereich der Wohnimmobilien.

2. Berlin

Der Strom zahlungskräftiger Mitarbeiter der mittlerweile mehr als 15.000 Technologie-Unternehmen hat den Immobilienmarkt in der deutschen Hauptstadt beflügelt. Von der großen Zahl der Besucher, die dem Ruf der Stadt als kulturelles Zentrum folgen, profitieren der Apartment- und der Hotelsektor.

3. London

Londons Immobilienmarkt profitiert vom Ansehen der Themse-Metropole als einer der ultimativen "safe havens" der Welt. Zwar verlieren Investments in neue Büroräume für die Finanzbranche an Attraktivität, der Finanzsektor streicht Stellen. Doch in der Entwicklung von Flächen für Londons wachsende Technologiebranche und Kreativwirtschaft sieht mancher noch Potenzial.

4. Istanbul

Das kräftige türkische Wirtschaftswachstum und der geringe Altersdurchschnitt der türkischen Bevölkerung machen Istanbul attraktiv für Immobilieninvestoren. Im Vorjahr hatte die Stadt am Bosporus wegen der verlockenden Wachstumsaussichten sogar noch an der Spitze der europäischen Immobilienmärkte gestanden.

5. Hamburg

Für die Stabilität, die insbesondere der Büro-Immobilienmarkt der Hansestadt bietet, akzeptieren Investoren hohe Preise. Weil Schnäppchen allerdings immer schwerer zu finden sind, wenden Investoren sich mittlerweile auch dem Markt für Industrie-Immobilien zu.

Rückzug von Banken schafft Probleme und Gelegenheiten

Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet, dass die Kreditfinanzierung von Immobilieninvestitionen im Jahr 2013 schwieriger wird. Denn zahlreiche Banken ziehen sich aus der gewerblichen Immobilienfinanzierung zurück. Weil sie sich bei ihrem Rückzug aber auch von hochwertigen Objekten trennten, lohne es sich, die Augen nach günstigen Gelegenheiten offen zu halten, meinen die Immobilienexperten, die PwC und ULI für die "Emerging Trends in Real Estate" befragt haben. Als weitere "best bets" werden in der Studie identifiziert:

  • Konzentration auf hochwertige Standorte in zentralen Städten
  • Irland and Spanien könnten wieder interessant werden, hier sollte ein besonderes Augenmerk gelegt werden
  • Kauf und Entwicklung von Portfolien oder Teilen von Portfolien, die Opportunity Funds in der Krise übernommen haben und von denen sie sich nun wieder trennen wollen
  • Der steigende Tourismus aus China und anderen Emerging Markets: Ausrichtung von Hotel-, Freizeit- und Wohn-Immobilien auf die Ansprüche dieser Zielgruppe
  • Verbindung mit lokalen Partnern in Märkten außerhalb der großen Zentren und Identifizierung von interessanten Investmentmöglichkeiten
  • Renovierung von Gebäuden nach ökologischen Standards

Bibliographische Daten

Emerging Trends in Real Estate

Herausgeber

PwC
Urban Land Institute (ULI)

Bibliographie/Quelle

Januar 2013
104 S.
zahlr. Abb. und Tab.
ISBN: 978-0-87420-220-5

Preis

kostenlos