PwC-Studie 'Emerging Trends in Real Estate': Immobilienbranche hangelt sich von Deal zu Deal

Die Suche nach Sicherheit wird das bestimmende Thema der Immobilienbranche in Europa im Jahr 2012 sein. Das zeigen die Interviews mit über 600 Real-Estate-Experten, die PwC und das Urban Land Institute (ULI) für die Studie "Emerging Trends in Real Estate 2012" geführt haben. "Ein übergreifender Trend für die gesamte Branche lässt sich kaum ablesen", fasst Jochen Brücken, Leiter des PwC-Bereichs "Real Estate" die Ergebnisse zusammen: "Höchstens der zu Entscheidungen von Deal zu Deal, unabhängig von einem großen Trend."

Das wenig verheißungsvolle gesamtwirtschaftliche Umfeld trübt die Stimmung der Befragten aus der Immobilienwirtschaft: Immobilienfinanzierungen werden den Erwartungen zufolge eher schwieriger werden, denn das Kreditvolumen der Banken wird sich wegen strengerer regulatorischer Anforderungen und der schwierigeren gesamtwirtschaftlichen Lage verringern. Finanzierungen werden kurzfristiger und teurer werden, sind die Befragten überzeugt.

"In dem schwierigen Umfeld des Jahres 2012 rücken alternative Finanzierungsmöglichkeiten und hochgradig spezielle, außergewöhnliche Investments als alternative Anlagemöglichkeiten in den Blickpunkt", sagt PwC-Partner Jochen Brücken.

Für die Studie "Emerging Trends in Real Estate 2012" fragten PwC und dasUrban Land Institutes nach Investment-Alternativen, die aus der Sicht der über 600 Experten aus der Branche attraktiv sein könnten: Unter anderem nannten die Fachleute Solar- und Windenergieparks als Wachstumsfelder, ebenso Gasspeicher sowie Krankenhäuser und Rechenzentren, die stabile Erträge versprächen. Als kurzfristige Investments außerhalb des klassischen Immobiliengeschäfts empfehlenswert nennen die befragten Experten unter anderem

  • Gebäude mit Instandhaltungsstau in den Randlagen der Innenstädte wichtiger Ballungsräume
  • Hotels im unteren Preissegment, möglicherweise auf umgewidmeten Büroflächen
  • Mezzaninfinanzierungen für Entwickler von Wohnimmobilien

München und Berlin unter Europas Top-Five Immobilienstandorten

Bei der Bewertung der attraktivsten Standorte zeigen sich die Immobilienexperten ebenfalls zurückhaltend: Mehr als die Hälfte der Standorte büßten in der Bewertung von Investment-Chancen Punkte ein – darunter die Immobilienmärkte London, Frankfurt, Kopenhagen, Madrid und Rom. "Richtig zu elektrisieren vermag offenbar im Moment kein Standort", beschreibt PwC-Immobilienfachmann Jochen Brücken die Stimmung: "Die vorderen Plätze im Städte-Ranking belegen Standorte, von denen Investoren sich sichere und stabile Erträge erhoffen. Erfreulich aus deutscher Sicht, dass München und Berlin unter die Top-Five kommen."

Tabelle – Europas Top-10-Märkte
Rang 2012* Stadt Bewertung der Ertragsperspektiven**
*Rang 2011 in Klammern
** Durchschnittsnote auf einer Skala von 1 bis 5
1 (1) Istanbul 3,83
2 (2) München 3,77
3 (8) Warschau 3,67
4 (7) Berlin 3,62
5 (4) Stockholm 3,53

 

Bibliographische Daten

Emerging Trends in Real Estate 2012 Europe

Herausgeber

PwC
Urban Land Institute (ULI)

Bibliographie/Quelle

Januar 2012
60 S.
zahlr. Abb. und Tab.
PDF-Dokument

Preis

kostenlos