Kapitalkosten könnten steigen durch den Wegfall von Standard-Mezzaninfinanzierungen

"Hohen Refinanzierungsbedarf", sehen die Finanzierungs-Experten von PwC auf die - vor allem mittelständischen - Unternehmen zukommen, die Mezzaninfinanzierungen in Anspruch genommen haben. Der Markt für Standard-Mezzaninfinanzierungen ist in der Wirtschafts- und Finanzkrise zusammengebrochen, so dass entsprechende Angebote aktuell nicht zur Verfügung stehen. Ein Großteil wird zwar keine oder nur geringe Schwierigkeiten bei der Anschlussfinanzierung haben, zwischen 5 und 15 Prozent der mit Mezzaninkapital finanzierten Unternehmen werden jedoch als Problemengagements mit hohem Insolvenzrisiko betrachtet.

"Unternehmen, die bislang die Vorteile der Standard-Mezzaninfinanzierung nutzten, müssen sich tendenziell auf höhere Kapitalkosten einstellen", warnt PwC-Partner und Finanzierungsfachmann Bernd Papenstein. So günstig wie aus den standardisierten Programmen werden sich heute Finanzierungen mit Eigenkapitalqualität, wie stille Beteiligungen, Genussrechte oder Nachrangdarlehen nicht mehr darstellen lassen, meint Papenstein.

Eine deutliche Mehrheit von rund 70 Prozent der mit Mezzaninfinanzierungen agierenden Unternehmen möchte laut der PwC-Studie "Fälligkeit Standard-Mezzanin" gern eine Prolongation in Anspruch nehmen, rund 50 Prozent erwarten Probleme bei der Anschlussfinanzierung. Die Einstellungen seien aber stark vom Rating der Unternehmen abhängig, berichtet PwC-Partner Papenstein: Unternehmen mit niedrigem Rating - B1 oder schlechter - wollten zu 100 Prozent eine Verlängerung in Anspruch nehmen, 93 Prozent von ihnen rechnen mit Problemen bei der Anschlussfinanzierung. Von den Unternehmen mit guten Ratings erwarten das weniger als die Hälfte.

Bibliographische Daten

Fälligkeit Standard-Mezzanin
Herausforderung für den Mittelstand

Autoren

Bernd Papenstein
Christian Lüke

Herausgeber

PwC, Frankfurt am Main

Bibliographie/Quelle

Februar 2011
100 S.
zahlr. Tab. und Abb.

Preis

kostenlos