Gesundheitsbranche: Gute Chancen für Quereinsteiger

Der Gesundheitsmarkt ist in Bewegung: Auch branchenfremde Unternehmen mischen das Angebot mit neuen Produkten und Dienstleistungen auf. Darunter sind Startups genauso wie milliardenschwere Konzerne. Ob und inwieweit die Deutschen bereit sind, auch Leistungen der Newcomer in Anspruch zu nehmen, untersucht die PwC-Studie „Healthcare & Pharma New Entrants“. 1.000 Bundesbürger wurden dazu befragt, welche Angebote des zweiten Gesundheitsmarkts sie für sinnvoll erachten.

Auf der Ranking-Liste neuer Produkte und Dienstleistungen stehen dabei die Angebote ganz oben, die einen besseren Schutz im Notfall bieten: Das E-Call-System im Auto, das bei einem Unfall automatisch den Rettungsdienst verständigt, halten 87 Prozent für sinnvoll. Gleich an zweiter Stelle findet sich mit „Post persönlich“ die Idee, dass der Briefträger auf Wunsch bei älteren Menschen täglich nach dem Rechten sieht.

Die Studie belegt: Die Bundesbürger sind offen für die Angebote der neuen Marktteilnehmer, Voraussetzung ist aber die gleiche Qualität. Fast jeder zweite Befragte wäre sogar bereit, innovative medizinische Dienste und Produkte aus eigener Tasche zu bezahlen, wenn sie einen zusätzlichen Nutzen bieten. Auch würden es viele begrüßen, einfache Gesundheitsleistungen wie beispielsweise eine Impfung außerhalb von Arztpraxis und Krankenhaus in Anspruch nehmen zu können – und das am liebsten zu Hause (84 Prozent). Das Sanitätshaus wäre für 83 Prozent ebenfalls akzeptabel. Etwa die Hälfte halten auch Drogerien und Fitness-Studios für geeignete Orte, um sich medizinisch behandeln zu lassen. Dagegen würden es mehr als 80 Prozent der Befragten ablehnen, zur Warzenbehandlung oder für Bluttests in Supermärkte oder Friseursalons zu gehen.

Fazit: Quereinsteiger mit innovativen Ideen und gutem Service haben durchaus Chancen auf dem Gesundheitsmarkt. Denn bei den wenigsten der Befragten geht es bei diesen Dienstleistungen in erster Linie darum, Kosten zu sparen. Wenn Produkte einen persönlichen Nutzen bieten und die Qualität stimmt, sind Verbraucher durchaus bereit, dafür Geld zu investieren.

Weitere Erkenntnisse der Studie:

  • Unkompliziert zum Arzt: 43 Prozent der Bundesbürger sind bereit, für medizinische Dienste und Produkte selbst aufzukommen, wenn sie damit gesundheitliche Leistungen schneller und unkomplizierter in Anspruch nehmen können. So halten 67 Prozent der Befragten eine App für attraktiv, mit der sie einen Termin in einer Praxis buchen können, um Wartezeiten zu vermeiden.
  • Vitalwerte unter Kontrolle: Den eigenen Gesundheitszustand selbst zu kontrollieren, wäre für viele ein Grund, neue Angebote zu nutzen: Ein Armband, das Vitalwerte misst, spricht 71 Prozent der Befragten an. Doch trotzdem belegen Produkte wie die Kontaktlinse für Diabetiker, die den Blutzucker anzeigt (51 Prozent), oder das iPhone mit Zusatzgerät zum Blutdruckmessen (37 Prozent) im Ranking nur mittlere Plätze.
  • Medikamente per Drohne: Überzeugungsarbeit müssen wohl die Hersteller von Drohnen leisten, die Medikamente zu den Empfängern fliegen. 63 Prozent der Befragten können sich dafür nicht erwärmen. In der Studie markiert der Drohnen-Lieferservice das Schlusslicht im Ranking der beispielhaft genannten Gesundheitsleistungen.