Healthcare-Barometer: Versicherte erwarten von Ärzten mehr Service

Wie zufrieden sind Versicherte mit Leistung und Service ihrer Ärzte und Krankenkassen? Dieser Frage stellten sich 1000 Bundesbürger für das Healthcare-Barometer 2015 von PwC. Dabei zeigte sich deutlich: Patienten werden selbstbewusster und kritischer.

Die Zeiten der Götter in Weiß scheinen vorbei zu sein: Das zumindest lassen die Antworten der Jüngeren im Alter 18 bis 34 Jahren vermuten, die für das Healthcare-Barometer befragt wurden. Geht es um die Wahl einer Klinik für einen Krankenhausaufenthalt, verlassen sich nur noch gut die Hälfte von ihnen (59,6 Prozent) allein auf die Empfehlung ihres Hausarztes. Mit Internet, Onlineforen und Freundeskreis erschließen sich jüngere Patienten weitere Informationsquellen. Auch sonst legen sie mehr Wert auf Service: 27 Prozent der 18- bis 34-Jährigen bemängeln die Öffnungszeiten der Praxen, 20 Prozent fühlen sich von Ärzten und medizinischem Personal nicht genügend ernst genommen.

Die Studie fragt nach der Zufriedenheit mit der ärztlichen Behandlung und schlüsselt auf, welche Angebote die Versicherten im Leistungskatalog ihrer Krankenkasse vermissen. Immerhin beurteilen knapp 72 Prozent der Befragten die Angebotspalette als mangelhaft. Vermisst wird vor allem die Kostenübernahme für alternative Heilmethoden/Homöopathie (8 Prozent), für bestimmte Zahnarztleistungen (rund 5 Prozent) sowie für Brillen und Augenbehandlungen (4,8 Prozent). 39 Prozent der gesetzlich Versicherten haben bereits eine private Zusatzversicherung abgeschlossen.

Weitere Erkenntnisse der Studie:

  • Vertrauensvorschuss: Trotz aller Kritik genießt das deutsche Gesundheitssystem viel Vertrauen. Mehr als die Hälfte der Befragten halten es für eines der drei besten der Welt. Auch für die Versorgung im Krankenhaus vergeben sie die Noten 1 und 2.
  • Imageproblem: Die Pharmabranche hat bei Versicherten kein gutes Image. Drei Viertel der Befragten unterstellen, dass das Geschäft der Pharmaunternehmen vor allem auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist und zu Lasten der Sozialkassen geht.