PwC-Studie: Innovationen - aus dem Labor in die Apotheke

Universitäten sind Ideenschmieden. Viele der Innovationen, vor allem im Bereich Gesundheit und Pharma, entstehen hier. Doch eine gute Idee allein reicht nicht, sie muss es auch an den Markt schaffen. In der Studie "If innovation isn't measured, can it be managed?" untersuchen PwC-Experten, wie es Universitäten gelingen kann, ihre Forschungsergebnisse gewinnbringend einzusetzen.

Wie kann aus einem wissenschaftlichen Erfolg an der Universität auch ein wirtschaftlicher Erfolg am Markt werden? Diese Frage ist für Universitäten zentral: Die Hochschulen arbeiten unter veränderten Rahmenbedingungen. Ihre Etats werden knapper, die Häuser müssen einen Teil ihrer Gelder selbst erwirtschaften. Gleichzeitig werden Innovationszyklen immer kürzer, damit wächst der Konkurrenzdruck unter den Hochschulen.

Viele der Universitäten haben daher eigene Büros für Technologietransfer eingerichtet. Diese Büros unterstützen die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft. Doch warum gelingt manchen Universitäten die Kooperation besser als anderen? Warum sind einige Hochschulen innovativer, wenn es beispielsweise darum geht, neue Medikamente oder medizinische Verfahren an den Markt zu bringen? Das analysieren die PwC-Gesundheitsexperten in ihrer Studie. Sie haben dafür führende Universitätskliniken und Hochschulen nach ihrem Innovationsmanagement befragt.

Gesundheit und Pharma sind wichtige Forschungsgebiete

Für die meisten Universitäten und Kliniken, die an der Studie teilgenommen haben, ist die Forschung auf dem Gebiet der Krebsbekämpfung – Krebs ist die Todesursache Nummer zwei in der Welt – am wichtigsten. Insgesamt forschen die Hochschulen vorwiegend im Bereich Gesundheitswesen und Pharma. Mehr als 50 Prozent der Lizenzzulassungen und damit der größte wirtschaftliche Erfolg entfallen auf diesen Bereich.

Viele der befragten Universitäten setzen Verfahren ein, um die Erfolge ihrer Arbeit zu messen. "Allerdings hat keine der Institutionen ein wirklich belastbares Verfahren, mit dem sich der Innovationsprozess managen und das Ergebnis messen lässt", sagt Michael Burkhart, Partner und Geschäftsbereichsleiter Healthcare/Pharma bei PwC. "Kein Büro für Technologietransfer konnte in allen Dimensionen überzeugen. Unsere Studie zeigt: Die traditionellen Messverfahren reichen heute nicht mehr aus. Innovationen sind zu komplex, um sie nach einzelnen Kriterien zu messen." PwC hat daher die "Innovation Scorecard" entwickelt. Anhand von 66 Kriterien können Einrichtungen die Qualität ihres Technologietransfers in den Bereichen Input, Aktivitäten, Output und Auswirkungen messen.

Ideal: Wissenschaft und Vermarktung gehen Hand in Hand

Die Studie ergab, dass solche Institutionen die größten Erfolge haben, bei denen die Büros für Technologietransfer Hand in Hand mit den Wissenschaftlern arbeiten. Das gilt insbesondere, wenn es darum geht, Lizenznehmer für Innovationen zu finden. Viele der Universitäten bekräftigten, dass die Kollegen, die eine Innovation entwickeln, mit ihrem Fachwissen auch eine wichtige Rolle bei deren Vermarktung spielen. In der Praxis beklagen allerdings viele Häuser, dass die Büros wenig transparent arbeiten. Die Büros versuchen, durch Reports, webbasierte Überblicksberichte oder persönliche Kontakte mit den Wissenschaftlern gegenzusteuern.

Die Studie (in englischer Sprache) mit den vollständigen Ergebnissen wird hier zum kostenlosen Download angeboten. 

Bibliographische Daten

If innovation isn't measured, can it be managed? How universities manage innovation through disciplined and novel measures

Herausgeber

PwC

Bibliographie/Quelle

März 2011
26 S.