BVE-PwC-Exportbarometer Dezember 2016: Stimmung in der Lebensmittelbranche hellt sich auf

14 Dezember, 2016

Das Exportklima in der deutschen Ernährungsindustrie hat sich zum Jahresende 2016 wieder aufgehellt. Im Vergleich zum Sommer stieg der Saldo aus Geschäftslage und Geschäftserwartungen um 5 auf aktuell 41 Punkte. Der Export ist eine wichtige Ertragsstütze und Wachstumsmotor für deutsche Lebensmittelhersteller, jeden dritten Euro verdienen sie heute im Ausland. Doch das Exportgeschäft wird immer zeit- und kostenintensiver. Zu diesen Ergebnissen kommt das Exportbarometer der deutschen Ernährungsindustrie, das PwC im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) erstellt.

Deutsche Lebensmittelhersteller schätzen insbesondere ihre aktuelle Geschäftslage wieder deutlich positiver ein als noch im Frühjahr 2016. Die Perspektiven für die kommenden sechs Monate beurteilen die Unternehmen je nach Branche unterschiedlich: Exporteure von Fleisch und Molkereiprodukten blicken optimistisch in die Zukunft. Die übrigen Teilbranchen sind eher skeptisch.

Immer mehr Unternehmen exportieren auch in Länder außerhalb der EU

Die wichtigsten Exportmärkte innerhalb der EU sind nach Einschätzung der Unternehmen derzeit Frankreich, Österreich, die Niederlande und Italien. Die Top 3 der Export-Märkte außerhalb der EU bilden die Schweiz, USA und China. 82 Prozent der befragten Unternehmen exportieren mittlerweile auch in Länder jenseits der EU-Grenzen. Das sind knapp 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei organisieren die Exporteure den Vertrieb im Ausland vor allem in Eigenregie. Importeure und Zwischenhändler werden am zweithäufigsten für den Vertrieb eingebunden. 

Markterschließung ist zeit- und kostenintensiv

Dabei haben die Exporteure den Eindruck, dass das Exportgeschäft immer mehr zeitliche und finanzielle Ressourcen bindet. Die Markterschließung innerhalb der EU gelingt drei Viertel der befragten Exporteure innerhalb eines Jahres. Außerhalb des Binnenmarktes müssen die Unternehmen mehr Zeit investieren. Dabei stellten 39 Prozent der Unternehmen fest, dass der Zeitaufwand für die Markterschließung im vergangenen Jahr gestiegen ist. 45 Prozent sind der Meinung, dass die Kosten für die Markterschließung nach oben gegangen sind.

Handelshemmnisse außerhalb der EU nehmen zu

Außerhalb des EU-Binnenmarktes steigen zudem die Handelshemmnisse. Die Hälfte der befragten Unternehmen gab an, dass sie im vergangenen Jahr in bestimmte Märkte nicht exportieren konnte. Knapp zwei Drittel nannten als Hauptgrund für den blockierten Marktzugang politische oder wirtschaftliche Krisen. 50 Prozent berichten über bürokratische Hürden, die sie nicht erfüllen konnten. Knapp ein Drittel konnte in bestimmte Märkte allerdings nicht exportieren, weil ihnen schlichtweg die Zeit fehlte.

Export als Wachstumsmotor

„Die Erschließung neuer Märkte außerhalb der EU ist aufwändig. Dafür braucht es nicht nur Mut und Know-how, sondern auch finanzielle, personelle und zeitliche Ressourcen. Doch der Schritt lohnt sich für die deutschen Lebensmittelhersteller. Sie können sich dadurch nicht nur breiter aufstellen und die Risiken minimieren, die erhöhte Marktvolatilitäten mit sich bringen. Der Export in verschiedene Märkte ist auch ein wichtiger Wachstumsmotor. Das Label ‚Made in Germany‘ gilt als Qualitätsmerkmal, deutsche Lebensmittel sind weltweit gefragt“, kommentiert Gerd Bovensiepen, Leiter des PwC Geschäftsbereichs Handel und Konsumgüter bei PwC in Deutschland und EMEA.

Für das Exportbarometer wurden vom 19. Oktober bis 24. November 2016 400 Geschäftsführer und Exportleiter nach ihrer Einschätzung der aktuellen Geschäftslage und der Erwartung für die kommenden sechs Monate befragt.

Das Exportbarometer der Ernährungsindustrie wird gefördert durch:

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