Der Name ist Programm: kooperative Unternehmensnetzwerke brauchen eine vertrauens- und verantwortungsvolle Basis. Sonst ist ihr Zweck, Synergien durch Zusammenarbeit für alle Beteiligten zu schaffen, ad absurdum geführt. Dass dieses Vertrauen in kooperatives Zusammenarbeiten begründet ist, konnte PwC in einer aktuellen Studie gemeinsam mit dem Institut für Franchising und Cooperation (F&C) belegen. Bibiana Bolsenkötter, Co-Autorin und Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin bei PwC erläutert, warum sich PwC des Themas angenommen hat, wie die wichtigsten Ergebnisse lauten und welche Empfehlungen sich für Unternehmen ableiten lassen.

Bibiana
Bolsenkötter
ist bei PwC
Spezialistin
für Kooperative
Netzwerke
Bibiana Bolsenkötter: Der Network Governance Kodex aus dem Jahr 2010, kurz NGK, bildet die Basis für Vertrauens- und verantwortungsvolles Handeln in kooperativen Unternehmensnetzwerken. Er formuliert Regeln für eine gute und verantwortungsvolle Netzwerkführung. Bereits die Präambel betont, wie extrem wichtig Vertrauen und Verantwortung für kooperative Unternehmensnetzwerke sind, denn ohne diese beiden Werte können die Synergien, die durch die Zusammenarbeit entstehen sollen, nicht gehoben werden. Unsere Untersuchung zeigt, dass sich eine gute Gestaltung der Governance-Strukturen, so wie sie der Network Governance Kodex vorschlägt, stark auf die Zufriedenheit und den wirtschaftlichen Erfolg der Mitglieder eines Kooperationsnetzwerkes auswirkt.
Bolsenkötter: Wir wollten nachweisen, dass eine optimale Ausgestaltung eines kooperativen Unternehmensnetzwerks mittels klarer Governance-Strukturen hilft, den wirtschaftlichen Erfolg gerade im immer härter werdenden Wettbewerb zu stärken und die Zufriedenheit der Kooperationspartner untereinander und mit ihrer Zentrale zu fördern. Eine auf die Partner zugeschnittene Governance stärkt die Beziehungsqualität zwischen den zentralen und dezentralen Netzwerkteilnehmern – und sie macht das bereits bestehende Netzwerk für mögliche neue und starke Teilnehmer erheblich attraktiver.
Bolsenkötter: Die Studie hat gezeigt, dass in besonders erfolgreichen Unternehmensnetzwerken - wir nennen sie die Champions- eine Reihe von Erfolgsfaktoren deutlich stärker ausgeprägt sind . Dazu gehört beispielsweise eine transparente, interaktive interne Berichterstattung, ein angemessenes Risikomanagement, die Etablierung von Kontrollgremien der Netzwerkzentrale durch Mitglieder der Partnerunternehmen für eine effektive und effiziente Kontrolle sowie konkrete Regelungen zur Geschäftsführung oder Nachfolgeplanung.
Bolsenkötter: Wir glauben, dass viele Unternehmensnetzwerke den möglichen wirtschaftlichen Erfolg einer auf sie zugeschnittenen Governance-Struktur für ihr eigenes Netzwerk noch nicht erkannt beziehungsweise eine Kosten-Nutzenabwägung noch nicht ganzheitlich durchgeführt haben– das bedeutet, sie lassen einen wichtigen Erfolgsfaktor ungenutzt. Denn der Network Governance Kodex stellt einen Leitfaden dar, der sich auf jedes Netzwerk individuell anpassen und umsetzen lässt und der einen wirklichen Mehrwert bietet. Wir können Unternehmen dabei unterstützen, diesen Mehrwert zu heben, indem wir beispielsweise mittels einen Network Governance Quick Checks eine erste Analyse des Status Quo machen, an Best Practice Beispielen unserer Studie Vergleich mit dem Kundenunternehmen ziehen und Maßnahmen zur Umsetzung oder möglichen Optimierung des Network Governance Kodex empfehlen.