PwC-Umfrage zu Cyber Security: Sorge vor Identitätsdiebstahl wächst

Knapp drei Viertel der Deutschen fürchten, beim Surfen im Internet oder beim Onlineshopping Opfer eines Identitätsdiebstahls zu werden. Jeder Dritte war bereits davon betroffen. Im Interview berichten die PwC-Experten Gerd Bovensiepen und Derk Fischer über die Gefahren im Netz und geben Tipps, wie man sicher im Netz einkauft.

Im Gespräch mit Gerd Bovensiepen, Leiter des PwC Geschäftsbereichs Handel und Konsumgüter in Deutschland und EMEA, und Derk Fischer, PwC Cyber Security Experte. 

Die Gefahr, Opfer eines Datendiebstahls zu werden, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Woran liegt das?


Gerd
Bovensiepen

Gerd Bovensiepen: Bei einem Identitätsdiebstahl missbrauchen die Täter personenbezogene Daten. Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wie Kriminelle an die Daten ihrer Opfer kommen. In der heutigen digitalen Welt, in der die Nutzung sozialer Netzwerke zum Alltag gehört, wird es für die Kriminellen immer einfacher, eine fremde Identität zu stehlen und missbräuchlich zu verwenden.

Sind Onlinekäufer besonders gefährdet?

Bovensiepen: Diesen Schluss legt unsere aktuelle Umfrage nahe. Von den Befragten, die wöchentlich im Internet einkaufen, war fast jeder zweite schon einmal von Identitätsdiebstahl betroffen. In der Bevölkerung insgesamt hat jeder Dritte bereits Erfahrungen mit Identitätsklau machen müssen. Knapp 30 Prozent der Opfer haben dadurch einen finanziellen Schaden erlitten. Der lag durchschnittlich bei 1.366 Euro.

Sind die Verbraucher zu leichtsinnig?


Derk
Fischer

Derk Fischer: Das würde ich so nicht sagen. Die große Mehrheit der Onlinekäufer versucht, sich durch verschiedene Maßnahmen zu schützen. Sie bevorzugen beispielsweise Zahlverfahren, bei denen sie keine persönlichen Bank- oder Kreditkartendaten angeben müssen, etwa Kauf auf Rechnung oder über PayPal. Oder sie kaufen verstärkt bei großen und bekannten Anbietern mit Sicherheitszertifikat ein. Je häufiger die Deutschen im Internet einkaufen, desto stärker achten sie bei der Wahl des Händlers auf Bekanntheit und Zertifizierungen. Die Unsicherheit bei den Verbrauchern sitzt dennoch tief: Fast drei Viertel zeigen sich in unserer Umfrage besorgt, beim Surfen im Netz oder beim Onlineshopping Opfer eines Identitätsdiebstahls zu werden.

Wie kann der Handel dazu beitragen, die Sicherheit zu erhöhen und das Vertrauen der Kunden zu gewinnen?

Bovensiepen: Hier sehen die Verbraucher den Onlinehandel tatsächlich in der Pflicht: Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet von ihren bevorzugten Händlern, dass sie angemessene Sicherheitsstandards einsetzen. Dabei nehmen sie gerne den Mehraufwand in Kauf, der durch Sicherheitshürden bei der Bestellung eventuell entsteht oder sie wünschen sich, dass die Händler aktiv auf Sicherheitsvorkehrungen hinweisen, etwa die Passwörter komplexer zu gestalten.

Und was können die Verbraucher selbst dazu beitragen?

Fischer: Zu den wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen gehört es, die Passwörter regelmäßig zu ändern und nicht für mehrere Accounts zu verwenden. Verbraucher sollten zudem darauf achten, dass die Webseiten der Onlineshops vertrauenswürdig sind. Bei der Installation von Apps und der Software unbekannter Anbieter ist besondere Vorsicht geboten. Und natürlich sollten Verbraucher keine Mails von unbekannten Absendern öffnen oder gar persönliche Informationen preisgeben, wenn sie in einer E-Mail dazu aufgefordert werden.