Betriebliche Altersversorgung: Wie Unternehmen davon besser profitieren

Arbeitgeber investieren viel, um eine Betriebsrente anzubieten. Doch das Engagement wird von Beschäftigten nur wenig gewürdigt: Was Arbeitnehmer bei der betrieblichen Altersversorgung wirklich erwarten und wie Unternehmen selbst stärker von der bAV profitieren, zeigt die Studie „Missverständnis bAV“. Für sie hat PwC 1.000 sozialversicherte Beschäftigte befragt.

Eine erstaunliche Erkenntnis der Studie: Eine rein arbeitgeberfinanzierte Altersversorgung für alle Beschäftigten geht am Bedarf vorbei. Nur eine Minderheit (18 Prozent) erwartet das von einem idealen Arbeitgeber. 42 Prozent der Befragten wären vollauf damit zufrieden, bei den eigenen Vorsorgebemühungen mit einem Zuschuss unterstützt zu werden.

Doch es liegt nicht in erster Linie an der Attraktivität des Angebots, warum die betriebliche Altersversorgung bei Beschäftigten nicht ankommt. Oft hat es schlicht und einfach mit mangelnder Transparenz und Information zu tun: Große Defizite gibt es vor allem bei der Bruttoentgeltumwandlung, bei der Beschäftigte Teile ihres Entgelts steuer- und sozialversicherungsfrei in die bAV einzahlen können. Während die einen gar nicht wissen, dass sie einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung haben, können die anderen nicht abschätzen, wie sich das konkret für sie auswirkt.

Für die Unternehmen selbst bietet die bAV durchaus die Chance, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren: 42 Prozent der befragten Akademiker würden sich bei der Stellenwahl für den Arbeitgeber mit dem besseren bAV-Modell entscheiden. Zudem gehört die bAV zu den beliebtesten Zusatzleistungen, nur Weiterbildungsmöglichkeiten werden als noch wichtiger angesehen.

Weitere interessante Details:

Angebote erklären: 41% der Befragten haben keine konkrete Vorstellung von Art und Umfang des eigenen arbeitgeberfinanzierten bAV-Angebots. Je kleiner die Unternehmen, desto schlechter fühlen sich Mitarbeiter informiert.

Mitarbeiter ansprechen: Apps sind für Unternehmen eine vielversprechende Möglichkeit, über die Vorteile der bAV aufzuklären. Vor allem junge Arbeitnehmer lassen sich damit gut ansprechen.

Chancen nutzen: 76 Prozent der Befragten würden eine Einzahlung von 100 Euro in die Altersvorsorge einer heutigen Nettoauszahlung von 50 vorziehen. Trotzdem betreibt nur ein Drittel von ihnen Entgeltumwandlung.

Bibliographische Daten

Missverständnis bAV - Vorsorge im Wertschätzungsdilemma

Herausgeber

PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Bibliographie/Quelle

Februar 2016
32 Seiten
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