44 Prozent der Baumanager äußern sich sehr zuversichtlich, ihre Umsätze in den kommenden zwölf Monaten steigern zu können. Dabei spielt nachhaltiges Bauen - gerade auch in dem Wachstumsmarkt China - eine herausragende Rolle. Das geht aus dem "14th Annual Global CEO Survey" hervor, den PwC im Januar in Davos vorgestellt hat. Im Rahmen dieser Studie hat PwC insgesamt 1.201 CEOs aus den verschiedensten Industriezweigen befragt, darunter 77 aus der Bauindustrie.
75 Prozent der CEOs sind immer noch besorgt darüber, dass unsicheres, unbeständiges Wachstum ihre Expansionspläne behindern könnte. Die knappen Kassen einer ihrer wichtigsten Auftraggeber - dem öffentlichen Sektor - sind ein kritischer Faktor: Die Unternehmen erwarten sinkende Auftragseingänge.
Neue Partnerschaften müssen also her: 35 Prozent planen einen Merger oder einen Zukauf in den kommenden 12 Monaten, während 55 Prozent an ein Joint Venture oder eine Zusammenarbeit denken. Hier sehen die Top-Manager das größte Potenzial, wenn es darum geht, zukünftiges Wachstum zu sichern: 45 Prozent schätzen, dass der Großteil der Innovationen, die ihr Unternehmen hervorbringen wird, in Kooperationen entstehen.
Weitere Ergebnisse finden Sie in der Auskopplung des CEO Survey für die Bauwirtschaft. Einen Einblick in die Praxis geben Philip Dilley Group Chairman, Arup Group Ltd., Großbritannien, und Marcelo Odebrecht, CEO der brasilianischen Odebrecht.

Dr. Martin Nicklis
Dr. Martin Nicklis: Neue Produkte und Dienstleistungen, regionale Ausweitung und Fokussierung auf Nachhaltigkeit – das sind für die Top-Manager der Bauunternehmen die wichtigsten Wachstumstreiber. 44 Prozent von ihnen sind sehr zuversichtlich, ihre Umsätze in den kommenden zwölf Monaten steigern zu können. Damit entspricht die Quote nahezu dem Durchschnitt der Gesamtindustrie von 48 Prozent, markiert aber gleichzeitig einen wesentlichen Unterschied zur Befragung im Jahr 2009. Damals gaben lediglich 18 Prozent der Verantwortlichen in der Bau- und Anlagenbauindustrie an sehr zuversichtlich im Hinblick auf die kurzfristigen Wachstumsaussichten zu sein.
Dr. Nicklis: Das immer globalere Geschäft und die rasante technische Entwicklung erfordern immer qualifiziertere Mitarbeiter. Laufende Fort- und Weiterbildung und Mobilität sind damit zwei entscheidende Herausforderungen für die Beschäftigten in der Baubranche. Mehr als zwei Drittel der befragten CEOs sind der Überzeugung, dass qualifizierte Fachkräfte nicht im ausreichenden Maße zur Verfügung stehen.
Ein weiterer Aspekt bei der globalen Rekrutierung von Mitarbeitern: Immer mehr Unternehmen der Bauwirtschaft nehmen grenzüberschreitende Aufträge an. So geben in der Untersuchung 51 Prozent der Befragten an, dass es immer schwieriger wird Expatriates - also speziell ausgebildete Kräfte - zu gewinnen, die für einen Einsatz im Ausland geeignet sind.
Dr. Nicklis: 76 Prozent der Baumanager sind überzeugt, dass das Thema "Nachhaltigkeit" ihrem Geschäft zu Gute kommt. Die Entwicklung umweltfreundlicher Produkte und Services ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Innovationsstrategie. Kunden und der Staat verlangen nach nachhaltigem Bau. So ergeben sich vor allem aus dem erhöhten Bauaufwand für energiesparende Neubauten und der Modernisierung des alten Baubestands neue Geschäftschancen. Und das nicht nur in den entwickelten Ländern , sondern auch und gerade auf den Wachstumsmärkten und hier vor allem in China.
Die Branche blickt zuversichtlich in die Zukunft. Welche Wachstumsfaktoren und welche Risiken die Führungskräfte der industriellen Produktion sehen, zeigen die Auskopplungen des CEO Survey.