Der Markt für Fusionen und Übernahmen in der globalen Chemieindustrie hat sich deutlich erholt: Im dritten Quartal 2011 ist das Gesamtvolumen gegenüber dem Vorquartal um 6,4 Prozent auf rund 17 Milliarden US-Dollar gestiegen. Einige Mega-Deals mit einem Volumen von über einer Milliarde US-Dollar, mit Schwerpunkt in Nordamerika, dominieren den M&A-Markt. Dagegen ist die Zahl der Transaktionen im gleichen Zeitraum gesunken – von 31 auf 22. Vor allem die Chinesen agieren momentan verhalten. Das sind zentrale Ergebnisse der PwC-Quartalsstudie "Chemical Compounds".
"Die Ergebnisse des dritten Quartals 2011 zeigen klar, dass der Markt wieder in Bewegung ist", sagt Volker Fitzner, Experte für die Chemiebranche bei PwC. "Die Unternehmen wollen schnell wachsen und sich neue Märkte erschließen. Sie haben momentan die Finanzreserven auch für große und ehrgeizige Transaktionen." Das durchschnittliche Deal-Volumen ist im dritten Quartal 2011 gegenüber dem Zeitraum April bis Juni um 50 Prozent gestiegen. Vier große Deals mit einem Gesamtvolumen von 11,7 Milliarden haben den Markt bestimmt. Die Zahl der Transaktionen mit einem kleineren Volumen ist dagegen deutlich zurückgegangen.
Die nordamerikanische Chemieindustrie hat diese Entwicklung vorangetrieben, sie führt den Markt mit drei der vier großen Deals und 27 Prozent der Käufe über 50 Millionen an. Dahinter folgen mit jeweils 23 Prozent Europa und Asien. Insbesondere in China schwächten sich die M&A-Aktivitäten allerdings stark ab: Sie sind gegenüber dem Vorquartal um 55 Prozent sowohl im Volumen als auch in der Gesamtzahl gesunken. Die Ursachen, vermuten PwC-Experten, sind das schwächere Wirtschaftswachstum, das die Staatsführung auf maximal sieben Prozent begrenzen will.
Die absolute Zahl der Deals ab einem Volumen über 50 Millionen US-Dollar fiel von 31 im Vorjahresquartal auf 22 im dritten Quartal 2011.
Die Beteiligung von Finanzinvestoren ist im dritten Quartal 2011 regelrecht eingebrochen. Auf die Private-Equity-Branche und andere Finanzinvestoren entfielen nur noch 1,25 Prozent des Gesamtvolumens oder 200 Millionen US-Dollar – der mit Abstand geringste Wert, seit PwC seine Analysen veröffentlicht. Der Grund: die hohen Unternehmensbewertungen, aber auch die Schuldenkrise und die damit verbundene Zurückhaltung der Banken bei der Akquisitionsfinanzierung, möglicherweise auch die Schuldenkrise in Europa und damit verbunden ein genereller Pessimismus. Dagegen dominieren weiterhin strategische Investoren den M&A-Markt in der internationalen Chemiebranche.
Chemical compounds
Global chemicals industry mergers and acquisitions analysis, Third quarter 2011
PwC LLP
November 2011
18 S.