Die Zuversicht kehrt zurück - Nachhaltigkeit als Zukunft der Chemie

Die CEOs der Chemieindustrie sehen eine glänzende Zukunft vor sich: 66 Prozent sind "sehr zuversichtlich", in den kommenden drei Jahren ein Umsatzwachstum erreichen zu können. Diese Einschätzung ist sogar positiver als vor der Krise. So ein Ergebnis des 14. CEO Survey. Dabei handelt es sich bei der Chemiebranche um einen Industriezweig, der besonders stark von der Krise betroffen war.

Obwohl die Wirtschaft sich erholt, sind drei Viertel der CEOs immer noch wegen der unbeständigen Märkte besorgt. Viele Unternehmen entwickeln nun als Antwort auf wandelnde Kundenwünsche und dynamische Märkte auch neue Strategien - und diese Faktoren führen sie auf die boomenden Märkte der Schwellenländer. Vor allem nach China. 69 Prozent der CEOs in der Chemiebranche sind sogar der Ansicht, dass diese Märkte für die Zukunft ihrer Unternehmen wichtiger sind, als die Industrienationen. Diese Ansicht teilen 59 Prozent aller CEOs. Entsprechend hart wird sich der Wettbewerb gestalten.

Weitere Ergebnisse im Detail finden Sie im 14. CEO Survey, für den PwC über 1.200 Top-Manager weltweit befragt hat. Diese Zusammenfassung für die Chemieindustrie basiert auf Interviews mit 59 CEOs aus 27 Ländern.

Im Gespräch mit Eckhard Sprinkmeier, als Partner bei PwC Deutschland zuständig für die Chemieindustrie, über die wesentlichen Ergebnisse der Befragung:


Eckhard Sprinkmeier

Die Krise hatte die Chemieindustrie besonders stark im Griff. Was gibt den Unternehmen nun Anlass zu Optimismus?

Eckhard Sprinkmeier: Ein Grund für diesen Optimismus ist die gesteigerte Effektivität. Viele Unternehmen haben in den vergangenen 12 Monaten auf die Kostenbremse getreten: 85 Prozent der CEOs berichten von einer Kostensenkungsinitiative. 82 Prozent haben an der Unternehmensstrategie gefeilt. Ein Drittel beschreibt den Wandel sogar als fundamental.

Aber wo genau sehen die CEOs der Chemiebranche die Umsatztreiber der Zukunft?

Sprinkmeier: Nachhaltigkeit, Innovation und Wachstumsmärkte - das sind die Trends der Branche. Dabei ist China für 58 Prozent der CEOs der Favorit für nachhaltiges Wachstum - in der Einschätzung deutlich mehr als im Durchschnitt aller Industrien.

Der inhaltliche Fokus liegt auf gezielten Innovationen. 83 Prozent der Verantwortlichen sind davon überzeugt, dass die Entwicklung von Chemikalien, die ihren Kunden zu umweltfreundlicheren Produkten verhelfen, ein wichtiger und nachhaltiger Bestandteil für die Zukunftssicherung darstellt. Hier zeigt sich der Chemiesektor als Vorausdenker: Innovationen werden zunehmend in Kooperation mit externen Partnern umgesetzt.

Welche Gefahren können das Wachstum auf dem Chemiesektor bremsen?

Sprinkmeier: Zwei Drittel der Befragten sehen die Verknappung der natürlichen Rohstoffe als größte Gefahr für das erhoffte Wachstum. Dies liegt deutlich über der branchenübergreifenden Bewertung von 34 Prozent. Ähnlich verhält es sich mit dem Risiko der steigenden Energiekosten. Diese hätten einen negativen Effekt auf die Erfolge der Kostensenkung.

Dem Engpassfaktor Fachkräftemangel soll aus Sicht der Chemie-CEOs mit lokal ausgerichteten Maßnahmen begegnet werden: Bereits jetzt versuchen viele Unternehmen, in Zusammenarbeit mit der Politik und der Wissenschaft Maßnahmen zu entwickeln, um das Qualifikationsniveau zu verbessern.

Bibliographische Daten

Growth reimagined - Chemicals industry summary

Autoren

Tracey Stover
Michael Burak
Volker Fitzner
Alison McNerney

Herausgeber

PwC, New York

Bibliographie/Quelle

Februar 2011
12 S.
4 Abb.