Luftfahrtindustrie - Programme meistern, Erfolge sichern

Programme in der Zivil- und Militärluftfahrt sind traditionell zeit- und kostenintensive Großprojekte zur Entwicklung, Optimierung sowie Instandhaltung der Systeme. Die rasant globaler und komplexer werdende Lieferkette fordert ein ausgewogenes System zur Risikokontrolle. Ein umfassender und objektivierender Programm-Review-Ansatz hilft dabei, die Risiken der Programme im Griff zu behalten und Transparenz zu erzeugen.

Die Herausforderungen der Luftfahrtindustrie sind auf allen Ebenen der Lieferkette breit gefächert. Die Unternehmen versuchen mit Hochdruck, die Komplexität laufender Entwicklungsprogramme zu bewältigen. Parallel müssen für dringend benötigte neue Systeme weitere Programme gestartet werden. Zudem ist die Industrie aufgrund von massiv rückläufigen Passagierzahlen und sinkendem Luftfrachtaufkommen mit den Folgen des geringeren Auftragseingangs konfrontiert. Nur wer das Management laufender und zukünftiger Programme optimiert, sichert das Überleben und kann gestärkt am Markt auftreten. Ein durchgängiger Programm-Review-Ansatz hilft durch frühzeitigen Aufschluss über entsprechende Risiken.

Programmrisiken der Luftfahrtindustrie

Flugzeuge der Zukunft sollen mit niedrigeren Kosten betrieben werden können. Gleichzeitig sollen die Auswirkungen auf die Umwelt drastisch gesenkt werden. Für die Flugzeugindustrie bedeutet dies: Neue Technologien, Materialien und Konstruktionsweisen sollen in Verbindung mit erprobten Konzepten der Vergangenheit bei gleichbleibender hoher technischer Qualität zum Einsatz kommen. Um diese Ziele zu erreichen, müssen umfassende Investitionen in die Entwicklung getätigt werden. Die Entwicklungsfinanzierung ist auch durch die an den Produkten beteiligten Lieferanten zu tragen. Zusätzlich sollen Lieferanten neben den finanziellen Herausforderungen auch technische und operative Risiken übernehmen.

Neben der Ungewissheit über Dauer und Ausmaß der Wirtschaftskrise stellen kostenintensive Verzögerungen bei der Entwicklung und beim Bau neuer Flugzeuge die Luftfahrt vor eine Reihe von Problemen. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, ist es deshalb weiterhin notwendig, Kostenpotenziale in sogenannten "low cost countries“ zu heben.

Internationale Standortwahl als Herausforderung im Programm-Management

Jürgen Seibertz, Koordinator des Bereichs Aerospace & Defence bei PwC in Deutschland:

"Eine Produktionsverlagerung soll den Zugang der Luftfahrtunternehmen zu neuen Märkten, Ressourcen und Technologien, aber auch die Unabhängigkeit vom Dollar-Wechselkurs sichern. Letztlich sind Flugzeugverkäufe immer öfter auch mit der Schaffung von Produktionsanteilen im Käuferland verbunden."

Seitens der Geldgeber und Kunden rückt die Forderung nach einer Professionalisierung der Programm-Management-Funktion verstärkt in den Vordergrund. Die Balance im globalen Netzwerk involvierter Parteien steht und fällt mit der effektiven und effizienten Projektsteuerung sowie mit der Transparenz zu Chancen und Risiken im Projekt.

Programm-Reviews zur transparenten Bewertung des Programmstatus

Basierend auf den Marktveränderungen sollten Programm-Reviews den Fokus auf folgende vier Felder und die damit einhergehenden Risiken legen:

  • Programm-Management: unrealistische Berichte bezüglich Verzögerungen, Forecasts und Risiken, Mangel an einfachen Prozessen zur Erfassung von "lessons learnt", schlechte Lernkurve von Projekt zu Projekt, kein Kosten- und Finanzierungsmanagement,
  • Technologien: zu viele technische Schnittstellen, Mangel an Systemintegration, Mangel an Erfahrung mit Kombination unterschiedlicher Technologien,
  • Verträge: Mangel an robusten Prozessen in Änderungs- und Nachtragsmanagement,
  • Lieferanten und Partner: zu viele interne und externe Programmschnittstellen, unterschiedliche Standards im Projektmanagement.

Durch die kritische Bestandsaufnahme können Programmschieflagen frühzeitig erkannt und Anpassungsmaßnahmen ergriffen werden. "Ein realistisches Bild zu Fortschritt und Erfolg des Großprojekts - und das zu jeder Zeit - ist die Voraussetzung, das Programm über seine gesamte branchentypisch lange Lebensdauer erfolgreich zu steuern - auch im globalen Wettbewerb", schließt Jürgen Seibertz.

Detaillierte Informationen finden sich in dem englischsprachigen PDF-Dokument 10 Minutes: Capital programmes in Aerospace & Defence

PwC-Expertise im Programm-Management

Um die Reviews im Sinne des Programm-Managements effizient und umfassend zu gestalten, bedarf es der interdisziplinären Expertise im Umgang mit komplexen Projekten, des grundlegenden Verständnisses für Technologien sowie des profunden Know-hows im Steuer- und Bilanzrecht. Die Experten im PwC Competence Center Aerospace and Defence haben die aus dem Prüfungs- und Beratungsbereich vorhandene Expertise im Programm-Management gebündelt. 

Die Services sind in fünf Teilbereiche eingeteilt: Green Field Investment, Project Funding, Programme Review, Compliance/Sustainability & Regulation (CSR) und Project Recovery. Dieses ermöglicht, die Verlässlichkeit der Daten in Accounting und Reporting sicherzustellen, Aussagen zur Qualität des Projekts zu treffen und frühzeitig Chancen und Risiken zu identifizieren. Dabei wird der klassische Wirtschaftsprüfer fallweise durch Ingenieure, Juristen und erfahrene Projektmanager unterstützt.