Metallunternehmen fokussieren Wachstumsmärkte und Innovationen

Die Wirtschaft wächst, das Vertrauen in die Zukunft ist wieder da. Die Top-Manager der Metallindustrie sind mit ihren optimistischen Prognosen allerdings noch ein wenig vorsichtiger als ihre Kollegen anderer Branchen: 41 Prozent gegenüber 51 Prozent. Wachstum schöpfen werden sie vor allem aus der Entwicklung in den Schwellenländern, Innovationen sowie Investitionen in Forschung und Entwicklung. Das zeigt der 14. CEO Survey von PwC.

So waren 46 Prozent der 37 befragten Metals-CEOs "sehr zuversichtlich", in den kommenden 12 Monaten ihre Umsätze weiter steigern zu können. Sorgen bereitet ihnen weiterhin das unbeständige Wirtschaftswachstum

Und auch wenn boomende Regionen in Asien oder Lateinamerika Wachstum versprechen, der Wettbewerb ist hart und die Märkte werden umkämpft sein. Mit neuen Geschäftsmodellen, straffen Prozessen sowie innovativen Produkten und Dienstleistungen wollen die Unternehmen bestehen: Die Entwicklung umweltfreundlicher Produkte verstehen die CEOs als Teil der Unternehmensstrategie und gehen damit auch auf die Wünsche ihrer Kunden ein. Ein starker Vertrieb und Marketingaktivitäten sollen ebenfalls zum Unternehmenserfolg beitragen. Und dazu braucht es gut ausgebildete Mitarbeiter. Fast die Hälfte der CEOs plant eine Erweiterung ihrer Belegschaft in den kommenden 12 Monaten. Talente in den Wachstumsmärkten zu finden und erfahrene Mitarbeiter dahin zu bringen, wo sie am meisten gebraucht werden, sehen sie als eine ihrer wichtigsten Aufgaben.

Weitere detaillierte Auswertungen lesen Sie im 14. CEO Survey, für den PwC über 1.200 Top-Manager weltweit befragt hat. Die Zusammenfassung der Metallindustrie basiert auf Interviews mit 37 CEOs aus 23 Ländern. Interviews von Führungskräften aus Wachstumsregionen geben einen Einblick in die Praxis. Zu Wort kommen Dr. Zhang Xiaogang,President, Anshan Iron and Steel Group Corporation in China, Sajjan Jindal, Vice Chairman and Managing Director, JSW Steel Limited,Chairman and CEO of Johnson Controls Inc. in India, Agah Uğur CEO, Borusan Holding A.Ş. in Turkey, Juha Rantanen President and CEO, Outokumpu Oyj in Finland.

Im Gespräch mit Thomas Stieve, als Partner bei PwC Deutschland zuständig für die Metallindustrie, über die wesentlichen Ergebnisse der Befragung:


Thomas Stieve

Die Metallindustrie hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Wie haben die Verantwortlichen darauf reagiert?

Thomas Stieve: Kostenreduktion und strikte Kostenkontrolle – das sind die wichtigsten Instrumente, mit denen die CEOs auf diese Schwierigkeiten des letzten Jahres reagiert haben. Unsere Befragung unter den Metallunternehmern zeigt: 95 Prozent der Firmenlenker haben als Reaktion auf die Krise des vergangen Jahres Maßnahmen zur Kostenreduktion implementiert. Diese Maßnahmen werden 73 Prozent der Befragten auch im laufenden Jahr beibehalten. Die Unternehmer haben darüber hinaus eine strikte Kostenkontrolle im Blick, um mit den künftigen Entwicklungen auf dem Metall-, und insbesondere auf dem Stahlmarkt, Schritt halten zu können.

Wo liegen Ihrer Meinung nach die Risiken auf dem Metallsektor?

Stieve: Mit Besorgnis beobachten 65 Prozent der Befragten die Verknappung der natürlichen Ressourcen und sehen damit die Sicherheit ihrer Zulieferketten als gefährdet. Steigende Energiekosten beklagen 49 Prozent der Metallunternehmer. Fast drei Fünftel der Top-Manager sehen den Fachkräftemangel mit Sorge und befürchten, dass ihnen qualifizierte Mitarbeiter künftig nicht mehr in der benötigten Menge zur Verfügung stehen werden.

Die Weltwirtschaft erholt sich langsam. Welche Wachstumsquellen sehen die CEOs der Metallindustrie?

Stieve: China dominiert die weltweite Stahlindustrie. Brasilien ist einer der wichtigsten Produzenten von Stahl, Eisenerz und Kupfer. Russland ist mit an der Spitze bei der Aluminiumproduktion und Indien rühmt sich angesichts seines wachsenden Stahlsektors. Vor diesem Hintergrund fokussieren sich die Unternehmen zunehmend auf diese Märkte. 73 Prozent der befragten Top-Manager schätzen die Zukunftschancen für ihre Unternehmen auf den Wachstumsmärkten als weitaus größer ein als auf den entwickelten Märkten. Damit zeigten sie sich deutlich optimistischer als ihre Kollegen aus anderen Branchen.

Darüber hinaus setzen die Metallunternehmen auf Innovationen und die Investition in Forschung und Entwicklung. 76 Prozent erwarten, dass sie daraus neue Umsätze generieren können. 86 Prozent der Befragten sehen darin sogar einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Bibliographische Daten

Growth reimagined - Metals industry summary

Autoren

Jim Forbes
Usha-Bahl-Schneider
Elizabeth Montgomery

Herausgeber

PwC, New York

Bibliographie/Quelle

Februar 2011
12 S.
3 Abb.