Wachstum, ob organisch oder durch Zukäufe, ist für Unternehmen eine positive Entwicklung. Firmen, die schnell wachsen, müssen aber darauf achten, dass die komplette Organisation, inklusive Prozesse und Systeme, mit wächst. Die Hitachi Power Europe GmbH, ein führender Anbieter für Kraftwerke und Brennstoff-Komponenten, konnte ihren Auftragsbestand innerhalb von drei Jahren fast verdreifachen. Damit die Weichen bei diesem rasanten Wachstum weiter auf Erfolg stehen, hat PwC den Kraftwerksbauer bei der Überarbeitung der Unternehmensprozesse beraten.
Die Hitachi Power Europe GmbH (HPE) ist aus der Babcock Borsig Power GmbH hervorgegangen und verfügt über mehr als hundert Jahre Erfahrung im Bau moderner Kraftwerke. Als Teil des Hitachi-Konzerns mit Firmenzentrale in Tokio hat die europäische Gesellschaft mit Sitz in Duisburg von Anfang an eine globale Wachstumsstrategie verfolgt.
Zwischen 2004 und 2009 hat sich die Mitarbeiterzahl auf circa 1.000 verdreifacht. Der Auftragsbestand ist von 1,6 Milliarden im Jahr 2006 auf etwa 4,6 Milliarden im Jahr 2008 angestiegen. Parallel zu diesem Wachstum hat die Unternehmensleitung die Geschäftsstrategie angepasst: Vom System- und Komponentengeschäft für Energieproduzenten hat sich HPE zu einem sogenannten Turnkey-Lieferanten entwickelt, der schlüsselfertige, auf die Kundenwünsche zugeschnittene Gas- und Kohlekraftwerke plant und baut.
Das rasante Wachstum der vergangenen Jahre, die Änderung des Leistungsumfangs hin zum Komplettanbieter für Kohlekraftwerke und das schwierige Marktumfeld stellten HPE vor die Aufgabe, das Unternehmen für diese veränderten Rahmenbedingungen fit zu machen.
Anfang 2009 startete HPE das Projekt, um die Organisation, die Prozesse und IT-Systeme mit den neuen Anforderungen abzugleichen. Das Ziel: Die komplette Prozesskette - vom Vertrieb bis zur Endabrechnung - und die Organisationsstruktur an die neuen Erfordernisse anpassen. Ein Teilprojekt fokussierte sich darauf, das Konzept für Kostenrechnung und Controlling als Folge der organisatorischen Änderungen zu überarbeiten.
Als Projektlaufzeit wurden 18 Monate eingeplant. Bei der Projektplanung musste berücksichtigt werden, dass die HPE-Mitarbeiter bereits stark ausgelastet waren und der Zeitrahmen sehr eng gesteckt war.
Ein PwC-Team aus dem Consulting-Bereich unterstützt HPE seit Anfang 2009 bei diesem Projekt. Eine der Hauptaufgaben liegt im Prozessdesign, das heißt der Definition und Gestaltung der Prozesse auf allen Ebenen. Dazu gehören viele Einzelbausteine: von der Klärung der Schnittstellen, Rollen und Verantwortlichkeiten über die Dokumentation bis hin zur Implementierung. Dabei setzt das PwC-Team unter anderem das ARIS-Toolset ein, das beim Erstellen, Pflegen und Optimieren der Geschäftsprozesse unterstützt.
Auf Basis des neuen Organisationsmodells und der damit verbundenen Rollen und Verantwortlichkeiten im Projektgeschäft ist ein neues Steuerungsmodell für HPE entwickelt worden. Ein Teilprojekt kümmert sich darum, dieses neue Modell in ein Controlling-Konzept zu überführen und in der gesamten Organisation umzusetzen. Dafür erarbeitete das PwC-Team gemeinsam mit HPE eine neue Kostenstellenstruktur mit entsprechenden Verrechnungsmodellen und legte die Strukturen zur Erfolgsmessung fest. Parallel wurde ein Projektmanagement aufgesetzt, das die entwickelten Maßnahmen umsetzt. Begleitet wird das Projekt von Kommunikationsmaßnahmen und Schulungen für die Mitarbeiter.
Das Projekt lag zum Ende des Jahres 2009 innerhalb des Zeitplans - trotz der enorm hohen Auslastung von HPE. "Wir haben die für das erste Projektjahr gesteckten Ziele erreicht und konnten die hohe Erwartungshaltung des Kunden erfüllen", resümiert Martin Bork, PwC-Partner und Leiter des Projekts. "Innerhalb der Projekte und in Teilbereichen der Organisation arbeiten die Mitarbeiter bereits mit Erfolg nach den neuen Prozessen."
"Wir arbeiten seit mehreren Jahren in verschiedenen Projekten mit PwC zusammen. Sowohl bei strategischen Fragestellungen als auch bei der Weiterentwicklung unserer Organisation schätzen wir die pragmatische und ergebnisorientierte Arbeitsweise der PwC-Teams. Ihre sehr gute Branchenkenntnis, die hohe Akzeptanz im Top-Management unseres Hauses und ein hervorragendes Key Account Management seitens PwC sorgen für sichere Umsetzungserfolge", zeigt sich auch Martin Michler bei HPE sehr zufrieden mit dem Projekt.