Stahlindustrie 2025: Chinas Konjunktur bremst weltweite Stahlnachfrage

12 Februar, 2016

Die weltweite Nachfrage nach Stahl wird in den nächsten Jahren weiter steigen, allerdings langsamer als zuletzt erwartet. Nach aktuellen Berechnungen nimmt der globale Stahlverbrauch bis zum Jahr 2025 um durchschnittlich 2,9 Prozent pro Jahr auf insgesamt 2,23 Milliarden Tonnen zu – fünf Prozent weniger als in der Vorjahrsprognose (2,35 Milliarden Tonnen).

Trotz Wachstumsschwäche: China bleibt wichtigster Akteur

China bleibt mit einem erwarteten Anteil von 43 Prozent am globalen Stahlbedarf der größte Abnehmer, trotz seines unterdurchschnittlichen Nachfragewachstums von 2,5 Prozent. Die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft und Stahlindustrie strahlt weltweit aus: Gerät die Nachfrage Chinas ins Stocken, beeinflussen die Überkapazitäten die Preise auf dem Weltmarkt und damit den Wettbewerb. Entwickelt sich der Verbrauch positiv, hat dies z.B. erheblichen Einfluss auf die Rohstoffnachfrage. Der europäische Stahlmarkt wächst leicht auf einem stabilen Niveau von 1,8 Prozent, bleibt aber auch in absehbarer Zeit angespannt. 2025 werden EU-Staaten einen Bedarf in Höhe von 180 Millionen Tonnen haben (11 Prozent mehr als in der Vorjahresprognose).

Deutsche Hersteller punkten mit hoher Innovationskraft

Deutschland bleibt der Motor Europas und zentraler Stabilitätsanker, vor allem aufgrund der positiven Entwicklung in wichtigen Abnehmerbranchen wie der Automobilindustrie. Des Weiteren profitieren deutsche Stahlhersteller von ihrer einzigartigen Vernetzung im Bereich Forschung und Entwicklung, von eingespielten Lieferketten und nicht zuletzt von ihrer Innovationskraft. Innerhalb der industriellen Produktion gehört die deutsche Stahlindustrie mit Blick auf die Anzahl relevanter Patentanmeldungen zu den innovativsten. Der deutsche Anteil an den weltweiten Patentanmeldungen im Bereich Stahl liegt bei einem Drittel. Vor dem Hintergrund zunehmender Digitalisierung benötigen Stahlunternehmen in Zukunft einen umfassenderen Blick und ein Verständnis von Innovation entlang der gesamten Kundenwertschöpfungskette.

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