Der reale Stahlbedarf steigt bis 2050 - das stimmt die Branche zuversichtlich. Doch ist die gesamte Value Chain weiterhin im Griff der Rohstoffmärkte: Der Rohstoffhunger der BRIC-Staaten, genutzt vom Oligopol der Minengesellschaften, und die Veränderung der Stahlerzeugung vom Erz zum Recycling fordert den Wandel der Geschäftsmodelle heraus. Zu diesem Schluss kommt PwC-Experte Erwin Bronk in seinem Vortrag "Die Stahl Value Chain nach 2020 - Welche Strategien bieten Überlebenschancen?", den er auf der Handelsblatt Jahrestagung "Stahlmarkt 2011" präsentierte.
Frühes Erkennen, konsequente Entscheidungen und kurze Reaktionszeiten sind nun gefragt. Dazu diskutierten die Experten aus der Stahl-, Eisen- und Metallindustrie auf der Handelsblatt-Konferenz Stahlmarkt am 22. und 23. Februar 2011 in Düsseldorf. Der Werkstoff Stahl gilt als ein wichtiger Konjunkturindikator, die Jahrestagung als der Branchentreff zum Austausch unter den Top-Entscheidern. PwC unterstützte die renommierte Tagung wieder als Hauptsponsor und mit einem Redebeitrag.
Die europäische Industrie sieht sich neben der Rohstoffknappheit auch der nächsten Stufe der CO2-Regulierung ausgesetzt. Das Thema bewegt nicht nur die Branche, sondern den gesamte industriellen Kern Europas. Denn eine Standortverlagerung bei gleichzeitigem Re-Import der dann dort gefertigten Güter führt weltweit zu mehr CO2 (Carbon Leakage). Deshalb sind weitere Diskussionen und Anpassungen unumgänglich. Dagegen bieten die Preisvolatitäten bei Eisenerz und Kokskohle, welche die gesamte Branche gleichermaßen betreffen, Wettbewerbs-Chancen.
Rückblickend kann die weltweite Krise - deren Zeitpunkt Dauer und Ausmaß nicht vorhersagbar waren - als Wachstumspause gesehen werden. Einige Unternehmen haben nur Kratzer abbekommen. Andere überlebten dank staatlicher Finanzierungshilfe. Daher stellt sich die Frage: Ist die Widerstandskraft von Unternehmen vorhersagbar und lässt sie sich stärken?
Die Krise – so PwC-Experte Erwin Bronk - war äußerst lehrreich. "In solchen Situationen scheint oft Agilität vor Größe zu gehen. Doch sind Mittelständler tatsächlich weniger gefährdet als die großen Konzerne?", fragte Erwin Bronk auf dem diesjährigen Stahlmarkt. "Die aktuellen Probleme der Rohstoffmärkte können Strategien wie Hedging mittels Eisenerz-Swaps jedenfalls nicht lösen." Zeit und Energie für Gegenmaßnahmen verbleiben nur, je größer die Widerstandskraft des eigenen Geschäftsmodells und seiner Prozesse insbesondere im Vergleich zum Wettbewerber ist. Die Chance, dann aus der Krise gestärkt hervorzugehen, steigt immens.
Um die Widerstandskraft eines Unternehmens abschätzen zu können, haben die PwC-Experten ihr Bewertungsmodell aus der Grundstoff- und Halbleiterindustrie adaptiert und erstmals auf den Stahlsektor angewandt. Das Competitive Business Model, eine bilanzgestützte Analyse, die PwC unter der Leitung von Erwin Bronk entwickelte, identifiziert die Treiber, die Vorhersagen zur Widerstandskraft ermöglichen und Antworten auf die Fragen gibt: "Sollten die Maßnahmen zur Optimierung des Geschäftsmodells bei den Prozessen der Auftragsabwicklung ansetzen? Nutzt das Unternehmen das Potenzial der eigenen Supply Chain? Oder ist diese falsch für den Zielmarkt konfiguriert?".
Die Einschätzung des PwC-Experten zu den langfristigen Aussichten der Stahlindustrie sorgte beim Fachpublikum und bei der Presse für eine große Resonanz. Lesen Sie dazu auch das Experten- Interview mit Erwin Bronk.
Unter dem Motto "Entwicklung des Marktes - Strategien der Industrie" nahmen hochkarätige Repräsentanten aus der Industrie, dem Handel und dem Dienstleistungssektor zu den Trends und Herausforderungen der Branche Stellung. So referierten Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, und Dr. Jost A. Massenberg, Vorstand TK Steel Europe AG, zum deutschen und internationalen Stahlmarkt, zur Kalkulierbarkeit der volatilen Stahlpreise und zum Rohstoffeinkauf.
Als Hauptsponsor der renommierten Veranstaltung war PwC mit einem eigenen Ausstellungsstand vor Ort vertreten. Ein Expertenteam stand den Konferenzteilnehmern für Fragen rund um die Stahlbranche und das Dienstleistungsspektrum von PwC zur Verfügung.