Studie zu Shared Service Centern: Wann und wohin eine Auslagerung sinnvoll ist

Shared service centers - the 2nd generation

Prozesse automatisieren und standardisieren, Kosten reduzieren, Qualität verbessern. Das sind häufig die Gründe für Unternehmen, ihr Finanz- und Rechnungswesen in Shared Service Center zu verlagern. "Wenn Firmen diese Vorteile nutzen wollen, müssen sie ihre Shared Service Center aber kontinuierlich weiterentwickeln und verbessern", so PwC-Experte Michael Suska. Für eine Studie hat er gemeinsam mit seinem Team analysiert, wo Shared Service Center im Finanz- und Rechnungswesen besonders gut funktionieren und wohin der Trend im Bereich Sourcing geht.

Wie viele Kosten sich durch ein Shared Service Center (SSC) einsparen lassen, hängt vor allem vom Standort ab. Die größten Einsparungen erreichen Unternehmen mit Shared Service Centern im Asien-Pazifik-Raum und in Osteuropa. Das zeigt die PwC-Studie "Shared service centres – the 2nd generation". 127 Unternehmen, die insgesamt fast 500 Shared Service Center weltweit betreiben, haben sich an der Befragung beteiligt.

"Das wichtigste Kriterium bei der Standortwahl ist - neben Kostensenkungen durch ein niedriges Gehaltniveau - nach wie vor die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal", sagt Michael Suska, Partner bei PwC im Bereich Advisory/Consulting und Experte für Shared Services und Outsourcing.

Am weitesten ausgereift sind Shared Service Center im Asien-Pazifik-Raum und in Mittel- und Osteuropa. Sie erhalten in der PwC-Studie die besten Noten für Qualität und Effizienz. Am schlechtesten schneiden Shared Service Center in Lateinamerika ab. Insgesamt haben jedoch nur etwa 13 Prozent der betrachteten Shared Service Center die höchste Entwicklungsstufe im PwC-Reifegrad-Model erreicht und gelten als "Shared Service Center der zweiten Generation". 

Standardisierte Aufgaben und zunehmend auch komplexe Tätigkeiten 

Die Mehrheit der Shared Service Center erbringt vor allem standardisierte Leistungen des Rechnungswesens. Deutlich weniger Unternehmen lagern aktuell auch komplexere Tätigkeiten aus wie externes und internes Reporting. Diese Aufgaben werden aber zunehmend interessanter für Shared-Service-Organisationen. Gespräche mit Teilnehmern an der Studie zeigen, dass Shared Services auch eine immer stärkere Bedeutung für die strategische Entwicklung der Finanzfunktion bekommen.

Die große Mehrheit der befragten Unternehmen ist zufrieden mit den Leistungen, die ihre Shared Service Center erbringen. Weniger als zehn Prozent planen, ihre Aktivitäten zurückzufahren oder ausgelagerte Prozesse wieder in die lokalen Geschäftseinheiten zu integrieren. Großes Verbesserungspotenzial sehen aber 85 Prozent der Befragten in Bezug auf Prozesse, Systeme und Technologien innerhalb ihrer Shared Service Center.

Verlagerung nach Osteuropa & Asien-Pazifik und selektives Outsourcing

Fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer hat bestehende Shared Service Center bereits gebündelt oder ist gerade dabei. Die Anzahl der Shared Service Center in Westeuropa und Nordamerika wird deshalb schrumpfen. Zunehmen wird sie dagegen in Osteuropa und dem Asien-Pazifik-Raum.

Etwa 40 Prozent der befragten Unternehmen setzen auf einen Mix aus Outsourcing und Shared Services. Der Aufbau eines Shared Service Centers ist häufig der erste Schritt zur Externalisierung: Acht Prozent der befragten Unternehmen sind aktuell dabei, Prozesse, die derzeit noch intern von Shared Service Centern erbracht werden, an Outsourcing-Provider zu übertragen.

Bibliographische Daten

Shared service centers - the 2nd generation

Autoren

Michael Suska
Christian Zitzen
Wolfgang Enders

Herausgeber

PwC

Bibliographie/Quelle

Mai 2011
58 S.
62 Abb.

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