Supply Chain Management: Damit Lieferketten reibungslos funktionieren

Starke Preisschwankungen kennzeichnen den Rohstoffmarkt. Wie Unternehmen für mehr Versorgungsicherheit beim Einkauf von Eisenerz, Kupfer, Platin oder anderen Metallen sorgen, ist Aufgabe des Supply Chain Management.

Die Preise für Rohstoffe fahren Achterbahn. So stieg die Notierung für ein Barrel Öl bis Juni 2008 auf 146 Dollar, stürzte anschließend auf 39 Dollar und kletterte im Januar 2012 wieder auf 100 Dollar. Auch wenn die Weltkonjunktur in den vergangenen Jahren heftig ausschlägt, steht für Experten fest: Der Industrialisierungsprozess in vielen Schwellenländern führt zu einem höheren Bedarf an Öl, Stahl und Industriemetallen sowie starken Schwankungen des Angebots. Unternehmen müssen sich darauf einstellen: "Sie sollten sich aktiv vor den Auswirkungen steigender und volatiler Rohstoffpreise schützen und ein hohes Maß an Versorgungsicherheit in der Lieferkette anstreben", sagt PwC-Experte Ingo Schill.

Mit Absicherungsgeschäften Risiken reduzieren

Mit der Kombination aus Supply-Chain- und Risiko-Management können Unternehmen dieses Ziel erreichen. Dabei sollten sich Unternehmen auf die integrierte Planung unter Einbeziehung von Risikokriterien sowie die Optimierung des Ein- und Verkaufsportfolios konzentrieren. "Darüber hinaus ist die Harmonisierung von Vertragsbedingungen oder als letztes Mittel Absicherungsgeschäfte am Terminmarkt geeignet, um das Risiko weiter zu reduzieren, und damit die Planbarkeit von Umsätzen, Kosten und Gewinnen zu verbessern", betont Schill.

Deutsche Unternehmen sind international aufgestellt

Mit dem steigenden Welthandel gewinnt Supply Chain Management an Bedeutung. Deutsche Unternehmen mit ihrer starken Verflechtung in die Weltwirtschaft profitieren besonders davon. Vor allem für die Automobilindustrie, die Stahlindustrie oder den Maschinenbau sind effiziente Lieferketten wichtig, um im globalen Wettbewerb zu bestehen. Das Supply Chain Management umfasst und koordiniert alle logistischen Aufgaben von der Wahl der Lieferanten über den Produktionsprozess bis hin zur Marktbelieferungsstrategie. Ein wesentliches Ziel besteht darin, mit Hilfe von Supply Chain Management Wettbewerbsvorteile beim Lieferservice und der Qualität zu erzielen. "Die Wertschöpfungskette muss heute extrem flexibel auf Kundenwünsche reagieren können. Das fängt bei der Absatz- und Produktionsplanung an und muss sich konsistent über alle Wertschöpfungsschritte fortsetzten", sagt Erwin Bronk, Partner und Experte für die Supply Chain Transformation bei PwC.

Weltweite Produktion optimal organisieren

Mit der weltweiten Arbeitsteilung stehen Unternehmen auch bei der Planung der Produktionsabläufe vor Herausforderungen. So zum Beispiel auch ein Maschinenbauer, der Rohstoffe und Komponenten weltweit einkauft und herstellen lässt, um die Maschine anschließend an einem Ort zusammenzubauen. "Elementar ist neben der globalen Gestaltung der Supply Chain eine zentrale Steuerung, damit auch alle Einzelteile termingerecht zur Endfertigung vorliegen", erklärt Schill. Das Supply Chain Management kümmert sich aber auch um den Absatzmarkt: "Es reicht nicht nur aus, gute Produkte herzustellen, sondern in jedem Kundensegment entsprechend seiner Anforderungen Lieferzeiten, Produktspektrum und Liefertreue gewährleisten zu können. Dies ist ein zentraler Aspekt, der oft unterschätzt wird", fügt Bronk hinzu. Gerade deutsche Industrieunternehmen, die auf Exportmärkten erfolgreich sind, müssen neben der Logistik auch Exportbestimmungen und andere regulatorische Anforderungen im Blick haben.

Supply Chain Management verbessert Marktposition

Supply Chain Management ist eine übergeordnete Aufgabe, die zentral im Unternehmen angesiedelt ist. "Die Experten nehmen Lieferketten unter die Lupe. Dazu betrachten sie Kosten, Märkte, Produkte und Kundenanforderungen sowie rechtlichen Rahmenbedingungen. Erst im Abschluss erstellen sie ein durchgehendes Konzept", betont Bronk, "das die Stärken und Wettbewerbsvorteile eines Unternehmens optimal unterstützt". Mit Supply Chain Management reduzieren Unternehmen nicht nur Kosten, sondern verbessern Marktposition und Wettbewerbsfähigkeit.