Capital Markets in 2025: Mehr Börsen, mehr IPO-Kandidaten

Aus einer wachsenden Zahl von Börsen können Emittenten in den nächsten Jahren den Platz ihres Initial Public Offerings (IPO) wählen. Davon sind die rund 400 Unternehmenslenker überzeugt, die PwC und das Economist Intelligence Unit (EIU) für die Studie " Capital Markets in 2025" befragt haben. Drei von vier Befragten sehen Chinas Börsen in Shenzhen und Shanghai als die Plätze, an denen im Jahr 2025 die größten IPO-Erlöse erzielt werden. Aus der Volksrepublik kommen nach Ansicht von 80 Prozent der Befragten auch die meisten IPO-Kandidaten.

Börsen in den Emerging Markets, insbesondere in den BRIC-Staaten, sehen die befragten Unternehmenslenker klar auf dem Vormarsch: Neben China nennen sie Indien als Standort mit den zweitmeisten IPO-Kandidaten sowie Brasilien und Russland auf den Plätzen vier und fünf. Von den heute etablierten Börsenplätzen sehen die Umfrageteilnehmer vor allem an den US-Börsen Potenzial, sie werden am dritthäufigsten als Standort mit den meisten IPOs genannt.

Aus welchen Ländern stammen die meisten IPO-Kandidaten im Jahr 2025?
In welchen Ländern spielen IPOs das meiste Kapital ein?
  Meiste IPO-Kandidaten Größte Erlöse
Jeder Befragte konnte bis zu drei Länder nennen
China 78% 80%
Indien 59% 39%
USA 52% 57%
Brasilien 32% 28%
Russland 12% 11%
Deutschland 11% 9%
Großbritannien 11% 14%
Japan 4% 5%
Südkorea 4% 5%
Mexiko 3% 2%
Vereinigte Arabische Emirate 3% 6%
Saudi-Arabien 2% 7%
Sonstige 1% 1%

 

"Der Aufstieg der Emerging Markets ist unübersehbar", kommentiert IPO-Expertin Nadja Picard aus dem Bereich Capital Markets & Accounting Advisory Services von PwC in Deutschland. Allerdings seien noch längst nicht alle Börsen in den Emerging Markets bereit für den rasanten Aufstieg: "Die Börsen in Shanghai und Shenzhen beispielsweise sind für internationale Emittenten und Investoren derzeit noch weitgehend verschlossen", erklärt sie.

IPO-Kandidaten werden den Ort ihrer Erst-Emission sorgfältiger auswählen, meint PwC-Kapitalmarktexpertin Nadja Picard mit Blick auf die wachsende Vielfalt der Börsenplätze: "Für die Emerging Markets spricht sicher das Interesse an einer Präsenz vor Ort. Die etablierten Börsenplätze locken allerdings mit einem stabilen und eingespielten Umfeld und zuverlässigen Rahmenbedingungen."

Deshalb diagnostiziert Nadja Picard durchaus zwei Bewegungen, die in unterschiedliche Richtung verlaufen: IPO-Interessenten aus den etablierten Märkten blicken für ihre Börsenpläne in Richtung Emerging Markets. Gleichzeitig drängen IPO-Kandidaten aus den Emerging Markets an die Börsen – und haben dabei aus guten Gründen nicht nur die Handelsplätze ihrer Heimatländer im Visier.