DPR veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte für 2017

03 November, 2016

Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) hat auf der 8. Jahrestagung Bilanzkontrolle und Abschlussprüfung „Enforcement, Bilanzierung und Prüfung in Recht und Praxis“ des Deutschen Aktieninstituts e.V. (DAI) am 3. November 2016 die von der ESMA bereits angekündigten einheitlichen europäischen Schwerpunkte übernommen und um zwei nationale Prüfungsschwerpunkte ergänzt.

Einheitlich zu beachtende europäische Schwerpunkte

Auf europäischer Ebene wurden von der European Securities and Markets Authority (ESMA) gemeinsam mit den nationalen Enforcern (z.B. für Deutschland die DPR) einheitliche Prüfungsschwerpunkte erarbeitet, die bei den Prüfungen im Jahr 2017 im Rahmen der Enforcement-Verfahren im Fokus stehen werden.

  1. Darstellung der finanziellen Leistungskennzahlen
  2. Finanzinstrumente: Unterscheidung zwischen Eigenkapitalinstrumenten und finanziellen Verbindlichkeiten
  3. Anhangangaben zu den Auswirkungen der neuen IFRS auf den Konzernabschluss

Auch nationalen‎ Besonderheiten wird Rechnung getragen

Zudem gibt es zwei ergänzende nationale Prüfungsschwerpunkte:

  1. Anteile an anderen Unternehmen
  2. Werthaltigkeitstest von Sachanlagevermögen

Bei Anteile an anderen Unternehmen rücken vor allem die Beurteilung der Ermessensentscheidungen bei atypischen Fällen (IFRS 10, IFRS 11 und IAS 28) sowie Vollständigkeit der jeweils zugehörigen Anhangangaben gemäß IFRS 12 und IAS 24 in den Vordergrund. Auch die Änderung der Beherrschung eines Beteiligungsunternehmens (Festlegung des Erst- und Entkonsolidierungszeitpunkts sowie Neubewertung von bei Erlangung/Verlust der Beherrschung bereits vorliegenden/zurückbehaltenen Anteilen an Unternehmen) und die Beurteilung der quantitativen und qualitativen Wesentlichkeit bei nicht konsolidierten Tochterunternehmen sowie deren Darstellung bei erstmaliger Einbeziehung werden untersucht.

Auch legt die DPR einen Schwerpunkt auf den Werthaltigkeitstest von Sachanlagevermögen. Hier werden die Durchführung des Werthaltigkeitstests bei Identifikation von Indikatoren für eine Wertminderung und Bestimmung der Testebene sowie die Plausibilität der wesentlichen Annahmen zur Ermittlung des erzielbaren Betrags bei Durchführung des Tests auf Ebene einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit (ZGE) untersucht. Auch wird sich die DPR auf die Einbeziehung von Schulden bei der Ermittlung des Nutzungswerts und des Buchwerts der ZGE fokussieren. Ferner wird bei nicht vollständiger Erfassung der rechnerischen Wertminderung einer wesentlichen ZGE ein Nachweis der Wertuntergrenze sowie eine Prüfung der Erfordernisse zusätzlicher Anhangangaben zum Vorgehen bei Bewertungsgrundlagen sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen und anderen Quellen von Schätzungsunsicherheiten bei der Ermessensausübung näher beleuchtet.

Schwerpunkte schließen andere Prüfungsfelder nicht aus

„Trotz der veröffentlichten Prüfungsschwerpunkte sollte den Unternehmen klar sein, dass die DPR kein Checklisten-Enforcement betreibt sondern jeden Abschluss unternehmensindividuell durchleuchtet. Das heißt, es können durchaus ganz andere Bereiche der Rechnungslegung geprüft werden“, erläutert Michael Herr. „Deshalb sollten die Unternehmen bei der Vorbereitung auf eine DPR-Prüfung nicht nur die veröffentlichten Prüfungsschwerpunkte im Fokus haben,“ ergänzt Dr. Bernd Kliem, Leiter der Expertengruppe für Accounting Compliance & Enforcement.

Die DPR-Prüfungsschwerpunkte sind auf der Internetseite der DPR abrufbar.

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