Krisen der Welt führen zu Delle bei IPO-Aktivitäten

Abrupt endete im März 2011 der Aufwärtstrend bei Börsengängen in Europa: Die ersten beiden Monate 2011 hatten noch deutlich mehr Initial Public Offerings (IPOs) mit deutlich höheren Erlösen gesehen als Januar und Februar des Vorjahres. Der März, traditionell der stärkste IPO-Monat des ersten Quartals, blieb 2011 jedoch mau: Mit rund 460 Millionen Euro spielten die Börsengänge gerade noch ein Siebtel der Erlöse aus dem Vorjahr ein. PwC-Kapitalmarktexperte Christoph Gruss ist dennoch überzeugt: "Der Einbruch im März 2011 wird den grundsätzlich positiven Trend nicht umkehren."

In Deutschland bereiteten sich einige vielversprechende Kandidaten auf einen Börsengang vor, begründet Gruss seine grundsätzlich optimistische Einschätzung. Vor allem im März 2011 belasteten seiner Ansicht nach vor allem drei Faktoren das Börsenklima: Die anhaltenden Sorgen vor einer Überschuldung der Euro-Krisenstaaten, der Anstieg des Ölpreises im Zuge der politischen Umwälzungen in der arabischen Welt und die Naturkatastrophe und Nuklearkrise in Japan.

"Wenn sich die Situation entspannt, sehen wir für das zweite Quartal 2011 großes Potenzial", sagt Christoph Gruss, Partner in der Capital Markets Group bei PwC. Schließlich sind April und Mai traditionell beliebte Monate für Börsengänge.

Die Verunsicherung der Investoren hat im ersten Quartal 2011 die Stimmung an den Börsen geprägt, analysiert PwC-Fachmann Gruss: "Kaum jemand war bereit, die Preise zu zahlen, die die IPO-Kandidaten sich erhofft hatten." Noch in den letzten Tagen des Quartals hatten in London große Kandidaten wie BILT Paper und Topaz Energy ihre Börsenpläne deshalb aufgeschoben.

Abb.: IPOs an europäischen Börsen

Insgesamt verzeichnet PwC im IPO Watch Europe im ersten Quartal 2011 lediglich 94 Börsengänge mit einem Gesamtvolumen von 2,96 Milliarden Euro. Im letzten Quartal des Jahres 2010 hatten 129 Unternehmen erstmals den Schritt an die Börse gewagt; dabei erlösten sie rund 10,12 Milliarden Euro. Die meisten Börsengänge verzeichnete im ersten Quartal 2011 die Warschauer Börse, allerdings bei nur geringen Erlösen. Spitzenreiter beim Emissionsvolumen war die London Stock Exchange, die mit einem Gesamtwert von gut 1,97 Milliarden Euro ihre Führungsposition deutlich behauptete. Deutschlands Finanzmetropole Frankfurt verzeichnete im ersten Quartal vier IPOs, die zusammen 244 Millionen Euro einbrachten - und kommt damit auf den dritten Platz unter den Börsen Europas.

Bibliographische Daten

IPO Watch Europe
Q1 2011

Herausgeber

PwC

Bibliographie/Quelle

PDF-Dokument
April 2011
14 S.
DIN A4
zahlr. Abb.
zahlr. Tab.

Preis

kostenlos