BilMoG für den Mittelstand: Nicht kostenlos, aber deutlich günstiger als IFRS

Mit der endgültigen Verabschiedung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) durch den Gesetzgeber im April 2009 wurde die umfassendste Reform des deutschen Handelsgesetzbuches seit 20 Jahren nach sechsjähriger Beratungszeit vollzogen. Im Hinblick auf die Neuregelungen ergeben sich für mittelständische Firmen und Familienunternehmen vielfältige Möglichkeiten aus dem Gesetz, aber auch Verpflichtungen.

In einem Videobeitrag erläutern die Mittelstands-Experten, Prof. Dr. Norbert Winkeljohann (Sprecher des Vorstands von PwC Deutschland) und Dr. Thomas Ull (BilMoG-Experte für den Mittelstand), Einzelheiten zu dem neuen Gesetz. Sie geben Antworten auf die zentralen Fragen, die vor allem für Familienunternehmen und den Mittelstand von Interesse sind:

  • Was sind die wichtigsten Auswirkungen des neuen Gesetzes auf die Bilanz?
  • Ergeben sich durch die Bilanzierung nach BilMoG Vorteile für mittelständische Unternehmen?
  • Welche Belastungen kommen durch die Neuerungen auf den Mittelstand zu?
  • Beendet das BilMoG die Diskussion um "IFRS light" für den Mittelstand in Deutschland?

Die wichtigsten Auswirkungen auf die Erstellung des Jahresabschlusses für mittelständische Firmen und Familienunternehmen ergeben sich durch

  • das Aktivierungswahlrecht für selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und für aktiv latente Steuern,
  • die realistischere Bewertung von Rückstellungen und
  • die Erweiterung des Konsolidierungskreises.
 

 

Insbesondere die Möglichkeit, selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens zu aktivieren, ist ein Gewinn für innovative Unternehmen. Zudem bedeutet die Beibehaltung des Vorsichtsprinzips bei gleichzeitiger Annährung an die IFRS und deren Informationsfunktion einen Fortschritt im deutschen Handelsrecht.

Die verschiedenen Wahlrechte erfordern indes die Einführung neuer Prozesse und Berichtsinstrumente. Eine Umsetzung des BilMoG ist somit nicht kostenlos, aber deutlich günstiger als die Einführung der IFRS.

Es ist aber davon auszugehen, dass das neue Gesetz nicht die letzte Antwort auf die Einführung allgemeinverbindlicher internationaler Rechnungslegungsstandards für alle Rechtsformen und Unternehmenstypen sein wird. Gerade die Einführung eines internationalen Rechnungslegungsstandards für kleine und mittlere Unternehmen (IFRS for Small and Medium-sized Entities) wird in den nächsten Jahren weiterhin die Unternehmen und den Gesetzgeber beschäftigen.

Weitere Informationen finden sich im PDF-Dokument "10 Minuten - BilMoG im Klartext: Herausforderungen für Familienunternehmen".