„Private Equity hat inzwischen ein völlig anderes Image“

14 September, 2017

Familienunternehmen verlieren ihre Scheu vor Private-Equity-Investoren. Das zeigt eine PwC-Umfrage unter mehr als 300 inhabergeführten deutschen Unternehmen. 83 Prozent der befragten Unternehmen können sich inzwischen eine Beteiligung von Finanzinvestoren vorstellen – bei einer ähnlichen PwC-Umfrage vor sechs Jahren waren es gerade einmal 18 Prozent. Dazu passt das positive Gesamtbild, das viele Familienunternehmen mittlerweile von Private Equity haben. So sind 72 Prozent der Ansicht, dass Finanzinvestoren die von ihnen übernommenen Firmen „operativ verbessern“. 61 Prozent billigen  Beteiligungsgesellschaften zu, „den nachhaltigen Unternehmenserfolg zum Ziel zu haben“.

Dass sich immer mehr Familienunternehmer intensiv mit Private Equity beschäftigen, erkennt man auch daran, dass zwei von drei Befragten angeben, sie wüssten genau, was der Begriff bedeutet, weitere 26 Prozent meinten, sie hätte zumindest eine ungefähre Ahnung. Auch dies ist ein auffallender Anstieg im Vergleich zu 2011. Damals konnte nach eigener Aussage nur jedes elfte Familienunternehmen exakt sagen, was Private Equity überhaupt ist. Ebenfalls bemerkenswert: Nur 37 Prozent glauben, dass die einst als „Heuschrecken“ verunglimpften Fonds heute in der Öffentlichkeit noch einen schlechten Ruf haben. Befragt nach ihrer persönlichen Meinung zu Finanzinvestoren meinten sogar bloß 32 Prozent, sie hätten ein schlechtes Bild von der Branche.
 


Weitere Ergebnisse der Studie im Überblick:

  • Mangelnde Transparenz bleibt ein Kritikpunkt: 41 Prozent der Befragten werfen der Private Equity-Branche weiterhin mangelnde Transparenz vor. Und sogar 50 Prozent sind der Meinung, Private-Equity-Fonds seien immer noch zu kurzfristig orientiert und dächten in erster Linie an den eigenen Erfolg.
  • Unterm Strich überwiegen die Vorteile: Einerseits fürchten zwar 49 Prozent der Befragten, beim Einstieg eines Finanzinvestors ihre Entscheidungshoheit abgeben zu müssen – während 36 Prozent vor möglichen Folgen für das soziale Klima im Unternehmen warnen. Zugleich erhoffen sich aber 61 Prozent von einer Partnerschaft mit Private Equity einen verbesserten Zugang zu Kapital, 47 Prozent lockt die Aussicht auf ein breiteres Netzwerk, und 45 Prozent versprechen  sich von möglichen Kooperationen eine Professionalisierung der Geschäftsführung. 
     

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