Familienunternehmer und Mittelständler blicken optimistisch in die Zukunft

03 April, 2017

Zum ersten Mal seit fünf Jahren beurteilen die Chefs von Familienunternehmen und mittelständischen Gesellschaften ihre Wachstumsaussichten für die kommenden zwölf Monate deutlich optimistischer als die CEOs börsennotierter Konzerne.

86 Prozent der mittelständischen Top-Manager weltweit bewerten die Wachstumschancen ihres Unternehmens für das nächste Jahr positiv – bei den Konzernchefs sind es nur 51 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt die Analyse „Undaunted, but underprepared?“, eine Auskopplung des 20. CEO-Survey von PwC, für den weltweit 1.379 CEOs interviewt wurden, darunter 781 Geschäftsführer und Inhaber mittelständischer Unternehmen.
 

Globalisierung wird skeptisch gesehen

Allerdings trüben sich die Aussichten, sobald es um die globale Wirtschaft geht: Lediglich 30 Prozent der Familienunternehmer und Mittelständler rechnen mit einem weltweiten Wirtschaftswachstum. Besonders die sich abzeichnenden protektionistischen Tendenzen geben Anlass zur Sorge: Rund 57 Prozent der Mittelständler - bei inhabergeführten Unternehmen sogar 66 Prozent – sehen hier eine Gefahr für den globalen Wettbewerb und den freien Handel.

„Die USA und Großbritannien gehören zu den wichtigsten Handelspartnern deutscher Familienunternehmen. Damit wären sie von möglichen Handelsbeschränkungen, die bei den aktuellen protektionistischen Tendenzen ja nicht auszuschließen sind, besonders betroffen. Das ließe sich nicht so schnell kompensieren“

Dr. Peter Bartels Mitglied der PwC-Geschäftsführung und Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand


Technologischer Wandel

Bereits heute haben neue Technologien die Branche komplett verändert, konstatiert rund ein Drittel der Familienunternehmer und Mittelständler. Auch in den kommenden fünf Jahren wird die Digitale Transformation den Markt und das Marktumfeld weiter stark beeinflussen, glauben 74 Prozent. Peter Bartels ist überzeugt:

„Der technologische Wandel bedeutet für Familienunternehmen, die wettbewerbsfähig bleiben wollen, dass sie sich selbst sehr grundlegend verändern müssen und zwar nicht nur in Einzelbereichen, zum Beispiel dem Vertrieb oder bei ihrem Produkt. Bei der Digitalen Transformation steht letztlich immer auch das Geschäftsmodell auf dem Prüfstand.“

Dr. Peter Bartels Mitglied der PwC-Geschäftsführung und Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand

Risiko Cyber-Kriminalität

Ein Großteil der befragten mittelständischen Gesellschaften sieht der Digitalen Transformation durchaus mit Bedenken entgegen (68 Prozent). Das steigende Risiko von Cyber-Kriminalität fürchten allerdings nur 59 Prozent der Familienunternehmer und Mittelständler. „Das zeigt aus meiner Sicht eine allzu große Sorglosigkeit. Gerade Familienunternehmen und Mittelständler sind besonders gefährdet, da sie oft weniger finanzielle und personelle Ressourcen haben, um in neue Technologien und Cyber-Sicherheit zu investieren – dadurch steigt das Risiko“, kommentiert Peter Bartels.
 

Das belegt auch die kürzlich von PwC veröffentlichte Studie „Im Visier der Cyber-Gangster“, für die 400 deutsche Mittelständler befragt wurden: Jedes fünfte Unternehmen war 2016 Opfer einer Cyber-Attacke – im Vorjahr war es nur jedes zehnte. Folgerichtig machen sich die befragten Mittelständler (55 Prozent) um Reputationsverluste infolge defizitärer Datensicherheitsstandards Sorgen. Bemerkenswert ist allerdings, dass lediglich 45 Prozent der Familienunternehmen hier die größte Bedrohung sehen, wenn es um das Vertrauen in ihr Unternehmen geht. Peter Bartels warnt:

„Die Auswirkungen von Datenverstößen sollte kein Unternehmen auf die leichte Schulter nehmen. Denn mit ihrem hochspezialisierten Fachwissen und ihrem beeindruckenden Kundenstamm sind ihre Datenbestände bei Cyber-Gangstern gefragt“

Dr. Peter Bartels Mitglied der PwC-Geschäftsführung und Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand

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