Studie: Eine Familienverfassung macht erfolgreicher

Jedes vierte Unternehmen in Familienhand arbeitet auf der Basis einer Familienverfassung. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Die Familienverfassung. Zukunftssicherung von Familienunternehmen", die PwC gemeinsam mit der INTES Akademie für Familienunternehmenund und der WHU - Otto Beisheim School of Management erstellt hat. Größter Vorteil der Familienverfassung aus Sicht der befragten Unternehmen: Das Regelwerk verhindert, dass Konflikte die Existenz des Unternehmens aufs Spiel setzen. Und harte Fakten belegen: Unternehmen mit einer Familienverfassung erwirtschaften im Durchschnitt höhere Renditen.

In einer Familienverfassung regeln die Mitglieder der Eigentümerfamilie, wie sie als Gesellschafter miteinander umgehen. In einem solchen Kodex steht auch, welche Rechte und Pflichten die Familie hat und wie die Schnittstelle zum Unternehmen aussieht.

Dr. Peter Bartels, Mitglied des Vorstands und Leiter des Bereichs Familienunternehmen und Mittelstand bei PwC, ist vom Nutzen einer solchen Verfassung überzeugt: "Gerade Unternehmen, die schon seit mehreren Generationen bestehen und einen weitverzweigten Gesellschafterkreis haben, profitieren von klaren Regelungen."

Familienverfassung löst Gesellschafter-Konflikte leichter und schneller

84 Prozent der für die Studie befragten Unternehmen, die ein solches Regelwerk einsetzen, sind der Meinung: "Wir sichern durch den Kodex Frieden und Stabilität". Die Studie konnte aber auch einen in Zahlen messbaren Vorteil belegen: Unternehmen mit einer Familienverfassung sind wirtschaftlich erfolgreicher. 58 Prozent der Unternehmen, die sich eine Familienverfassung gegeben haben, erzielen eine Umsatzrendite von über fünf Prozent. Von den Familienunternehmen ohne Regelwerk schaffen das nur 46 Prozent.

Bei unterschiedlichen Interessen im Kreis der Gesellschafter von Familienunternehmen sehen die meisten Verfassungen klare Regeln dafür vor, wie mit dem Konflikt umzugehen ist. Das bestätigen auch die befragten Familienunternehmer: Das selbst gesetzte Regelwerk gebe Kraft und sichere eine gemeinsame Basis, so eine häufig zu hörende Aussage.

Über 70 Prozent halten eine Familienverfassung für sinnvoll

Auch Familienunternehmen, die sich noch keine Verfassung gegeben haben, stehen der Idee positiv gegenüber. 71 Prozent der Befragten halten es für sinnvoll, ein solches Regelwerk aufzusetzen. 60 Prozent haben bereits konkrete Pläne, eine Familienverfassung einzuführen: 47 Prozent wollen sich in den kommenden drei Jahren eine Verfassung geben. Weitere 13 Prozent in den nächsten drei bis fünf Jahren.

Für die Studie "Familienverfassung. Zukunftssicherung von Familienunternehmen" hat INTES gemeinsam mit PwC und der WHU 148 Inhaberinnen und Inhaber von Familienunternehmen in Deutschland befragt. Die Interviews wurden im Frühjahr 2011 durchgeführt. Die Studie ist die erste derart umfassende Untersuchung zur Familienverfassung.

Bibliographische Daten

Die Familienverfassung
Zukunftssicherung für Familienunternehmen

Autoren

Karsten Schween, INTES
Alexander Koeberle-Schmid, INTES
Peter Bartels, PwC
Andreas Hack, WHU

Herausgeber

INTES Akademie für Familienunternehmen GmbH, Bonn-Bad Godesberg
PwC, Frankfurt am Main
WHU – Otto Beisheim School of Management, Vallendar

Bibliographie/Quelle

Juli 2011
48 S.

Preis

kostenlos