PwC-Studie zur Unternehmensnachfolge: Darauf kommt es beim Stabwechsel an

Die Staffelübergabe von einer Generation auf die nächste ist ein wichtiger Meilenstein in jedem Familienunternehmen: Das Unternehmen kann einerseits von den frischen Ideen der Töchter und Söhne profitieren, andererseits aber auch daran zerbrechen. Wie bereiten sich Familienunternehmen auf die Nachfolge vor? Was sind die Ansichten der nachrückenden Generation? Welchen Hürden müssen alle Familienunternehmen im Zuge des Stabwechsels nehmen? Diese Fragen analysiert die PwC-Studie „Bridging the gap: Handing over the family business to the next generation”.

Für die Analyse hat PwC mit über 200 Vertretern von Familienunternehmen weltweit gesprochen. Alle Interviewpartner sind aussichtsreiche Kandidaten, um in Zukunft eine führende Rolle in ihrem Familienunternehmen zu übernehmen.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Die Generation der Millennials verfolgt ambitionierte Ziele: 86 Prozent der Befragten möchten etwas Bedeutendes bewirken, wenn sie im Chefsessel sitzen. 80 Prozent haben große Pläne für ihr Unternehmen. Sie wollen wachsen und neue Produkte einführen; andere planen Übernahmen oder möchten die internen Abläufe verbessern. Viele haben vor, in neue Technologien zu investieren oder innovative Ansätze im Marketing auszuprobieren.
  • 88 Prozent der Befragten gaben an, dass sie härter arbeiten müssen als andere, um sich den Respekt der Kollegen und Kunden zu sichern. 59 Prozent sagten, dass eine der größten Hürden für sie darin besteht, sich das Vertrauen ihrer Kollegen zu erarbeiten.
  • ie junge Generation kann nicht mehr automatisch davon ausgehen, dass sie von den Eltern mit der Übernahme des Familienunternehmens betraut wird: 73 Prozent der Befragten sagten, dass sie sich auf die Aufgabe freuen. Aber nur 35 Prozent waren sich sicher, dass sie überhaupt dafür ausgewählt werden; 29 Prozent halten dies immerhin für wahrscheinlich, aber nicht sicher.
  • Insbesondere die Gründergeneration, die ihre Firma erstmals an die nächste Generation weitergibt, tut sich schwer mit der Nachfolgeplanung. Darunter leiden auch die Töchter und Söhne der Gründer. Sie sind weniger enthusiastisch über den Stabwechsel: 20 Prozent gaben an, dass sie der neuen Aufgabe nicht mit Vorfreude entgegensehen. Bei den Befragten, deren Unternehmen bereits einen oder mehrere Generationswechsel mitgemacht hat, waren nur acht Prozent so kritisch.

Die Publikation “Bridging the gap: Handing over the family business to the next generation” schildert zahlreiche Erfolgsgeschichten von geglückten Generationswechseln in Unternehmen rund um den Globus. Darunter sind auch zwei Beispiele aus Deutschland: Marie-Christine Ostermann tritt beim Lebensmittel-Großhändler Rullko als Geschäftsführerin in die Fußstapfen ihres Vaters. Moritz Ritter bringt seine Stärken und Interessen in einer führenden Position bei einer Tochtergesellschaft des erfolgreichen Schokoladenfabrikanten ein: Bei Ritter Energie- und Umwelttechnik, einem Zulieferer für erneuerbare Energien.

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