Wie mittelständische Unternehmen die Weichen auf Erfolg stellen

Wie erkennen Unternehmen ihren strategischen Anpassungsbedarf rechtzeitig? Wie lassen sich die finanziellen Auswirkungen langfristiger Entscheidungen besser quantifizieren? Wie können alle Wachstums-, Kostensenkungs- und wegbereitende Strukturmaßnahmen gleichermaßen in der Planung berücksichtigt werden? Diese Fragen stellen sich viele mittelständische Unternehmen. Die Antwort liegt in einem standardisierten strategischen Planungsprozess.

Die strategische Planung ist die Basis, um mittel- bis langfristige Erfolgspotenziale zu identifizieren und zu erschließen. Sie stellt ein zentrales Instrument dar, um Krisenpotenziale frühzeitig zu vermeiden und zu reduzieren.

Strategiedefizite werden bestraft

Die Globalisierung und der somit wachsende Wettbewerb machen auch vor dem Mittelstand nicht halt. Die Anforderungen steigen kontinuierlich. Strategiedefizite werden häufig mit Marktanteilsverlusten und Ertragseinbußen bestraft. Aber wie lassen sich Strategiedefizite vermeiden?

Die Basis für den Erfolg: Die richtige strategische Stoßrichtung

Die Basis für den Erfolg eines Unternehmens liegt in der richtigen Einschätzung seiner Geschäftsfeldstärke und der zutreffenden Wahl seiner strategischen Stoßrichtungen. Dabei sind viele Faktoren zu berücksichtigen. So müssen zum Beispiel Wachstumsentscheidungen im Einklang stehen mit Machbarkeitsanforderungen, die einerseits den finanziellen Handlungsspielraum und andererseits den Professionalisierungsgrad in den Prozessen und Systemen betreffen. Um den Übergang zur Mittelfristplanung und die strategische Erfolgskontrolle zu erleichtern, sind die Maßnahmen zum Beispiel im Hinblick auf EBIT-, Cash Flow- und ROCE-Auswirkungen zu bewerten.

Ein weiterer zentraler Erfolgsfaktor ist die Aktualität der strategischen Planung. Betrachtet das Unternehmen die strategische Planung als Regelprozess, ist es gut vorbereitet auf strategische Anpassungserfordernisse. Sieht es strategische Planung dagegen als ein sporadisch durchzuführendes Projekt an, läuft es Gefahr, notwendige strategische Kurswechsel zu verpassen.

Schritt für Schritt zur strategischen Planung

Im Laufe einer strategischen Planung werden viele unterschiedliche Prozessschritte durchgeführt. Zunächst findet eine Überprüfung und Überarbeitung der strategischen Grundsätze statt. Dazu gehören zum Beispiel Unabhängigkeit, Innovationsorientierung sowie Qualität und Kundenbindung. Zielvorgaben - wie beispielsweise langfristige Planwerte für EBIT, EBIT-Marge und ROCE - werden genau unter die Lupe genommen. Anschließend erfolgt die Abgrenzung der einzelnen Geschäftsfelder.

Externes Wachstum, Sortimentsbereinigung oder Neupositionierung?

Darauf aufbauend wird die Markt- und Branchensituation sowie die eigene Unternehmenssituation in Relation zur Konkurrenz umfassend analysiert. Die Ergebnisse werden dann in einem Geschäftsfeldportfolio dargestellt. Daraus können zunächst die strategischen Stoßrichtungen abgeleitet werden: Also zum Beispiel Expansion, die Sicherung des Fortbestands oder der Rückzug aus einem Segment. Danach können entsprechende konkrete Maßnahmen entwickelt werden: Soll zum Beispiel externes Wachstum in einer bestimmten Region vorangetrieben werden, eine Sortimentsbereinigung erfolgen oder aber eine Veränderung der Markenstellung angestrebt werden. Die Bewertung erfolgt dabei nach ihren monetären Auswirkungen auf die Unternehmensziele. Im letzten Schritt wird die Strategie ausformuliert und der Einfluss auf die Mittelfristplanung dargestellt.

Wer strategische Entscheidungen systematisch plant, ist erfolgreicher

Die richtigen Zukunftsentscheidungen zu treffen, ist häufig schwierig. Deshalb ist es umso wichtiger, Chancen, Risiken und Handlungsoptionen durch eine standardisierte strategische Planung zu identifizieren und zu quantifizieren sowie durch gezielte Maßnahmen in die Tat umzusetzen. Erfolgreiche Mittelständler gehen bei ihren strategischen Entscheidungen systematisch vor und differenzieren sich so von ihren Wettbewerbern.