Der unternehmerische Beitrag zum Klimaschutz

Investoren und Verbraucher wollen heute wissen, welchen Beitrag ein Unternehmen zum Klimaschutz leistet. Daher erfassen viele Unternehmen freiwillig ihre Auswirkungen auf das Weltklima und geben diese Daten an externe Stakeholder weiter. Diese Berichterstattung ist nur sinnvoll, wenn die Daten verlässlich sind und externe Interessensgruppen Vertrauen in sie haben können. Experten von PwC empfehlen daher, die Anforderungen an das Finanzreporting auch auf die Berichterstattung von Klimagasemissionen anzuwenden.

Der Klimarat der Vereinten Nationen warnt nachdrücklich vor den Folgen der Erderwärmung. In den vergangenen 40 Jahren habe der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen um 70 Prozent zugenommen. Der Mensch, so die Forscher, verstärke den Treibhauseffekt mit schwerwiegenden Folgen für das Klima und müsse entschieden gegensteuern. Die Brisanz dieses Themas ist auch im öffentlichen Bewusstsein angekommen. Verbraucher und Investoren haben zunehmend Interesse daran zu erfahren, wie sich ein Unternehmen zum Klimawandel positioniert und welche langfristigen Risiken sich daraus ergeben. Die Experten von PwC sagen daher voraus, dass die Berichterstattung von Klimagasemissionen für Unternehmen bereits an Bedeutung gewonnen hat und in Zukunft weiter gewinnen wird.

Die Berichterstattung hat finanzielle Relevanz

Damit Investoren und Verbraucher Vertrauen in die Berichterstattung von Klimagasemissionen haben können, benötigen Unternehmen belastbare Daten. Das ist auch deshalb wichtig, weil Klimagasemissionen eine finanzielle Relevanz für Unternehmen haben - etwa wenn es um den Kauf von Emissionsrechten oder die Verringerung von Treibhausgasen geht. Werden falsche Daten veröffentlicht oder Klimaziele nicht erreicht, wirkt sich das nachteilig auf den Ruf des Unternehmens und das Vertrauen der Investoren aus. Der Druck auf Unternehmen, belastbare und nachweisbare Informationen zu veröffentlichen, ist deutlich gestiegen. Bestimmte Branchen wie Energieversorgung, energieintensive Industrien und zukünftig der Flugverkehr sind ohnehin dazu verpflichtet, Klimagasemissionen zu erheben und zu berichten. Doch viele Unternehmen erfassen ihre Auswirkungen auf das Klima inzwischen auch freiwillig. Ein Grund dafür: Ein Unternehmen, das nachhaltig wirtschaftet, genießt einen besseren Ruf bei den Verbrauchern. 

Erkenntnisse aus dem Finanzreporting lassen sich übertragen

Eine verlässliche Berichterstattung setzt voraus, dass es eindeutige Standards, klare Verantwortlichkeiten, definierte Prozesse im Unternehmen und eine unabhängige Prüfung der Daten gibt. Die Experten von PwC empfehlen Unternehmen, Anforderungen aus dem Finanzreporting, die sich bereits bewährt haben, auch auf die Berichterstattung von Klimagasemissionen zu übertragen. 

Derzeit gibt es verschiedene Verfahren, um Klimagasemissionen zu erheben. Als internationaler Standard hat sich das sogenannte Greenhouse Gas Protocol etabliert, um den unternehmerischen Treibhausgasausstoß zu ermitteln. Dabei spricht man auch vom traditionellen unternehmerischen Carbon Footprint. Klimagasemissionen werden dabei in der Regel nicht gemessen, sondern errechnet. Das Verfahren der kumulierten Emissionsintensität erlaubt, alle Klimagasemissionen zu ermitteln, die mit der Arbeit des Unternehmens verbunden sind. Beim Product Carbon Footprint (PCF) oder produktbezogenen Treibhausgasemissionsfußabdruck wird die Menge an Treibhausgasen bestimmt, die bei der Herstellung und Nutzung eines Produktes entstehen.

Die Verantwortlichkeiten im Unternehmen müssen klar festgelegt sein

Insgesamt zeigt sich bei den drei Methoden, dass es viele Freiräume bei der Ausgestaltung der Standards und der Errechnung gibt, so dass die Aussagekraft leidet. Um exaktere Daten zu erhalten, lassen sich wichtige Schlüsse aus dem Vorgehen bei der Finanzberichterstattung ziehen. Ihre Grundlage ist eine Kette der Berichterstattung. Die Firma erstellt den Abschluss, der dann von unabhängigen Prüfern testiert und im Folgenden von Analysten untersucht wird. Eine hohe Verlässlichkeit der Daten ist nur gewährleistet, wenn es ein durchgängiges Monitoring- und Reportingsystem im Unternehmen gibt und die Verantwortlichkeiten und Prozesse eindeutig festgelegt sind. Entsprechend sollte auch die Berechnung der Emissionen nach einem längeren Zeitraum noch nachvollziehbar sein.