iooi-Methode hilft Wirkungen gesellschaftlichen Engagements zu dokumentieren

Wer sich engagiert, Zeit und Geld investiert, der will in aller Regel auch etwas erreichen. Unternehmen haben sich bislang jedoch häufig schwergetan, die Erfolge und positiven Auswirkungen ihres gesellschaftlichen Engagements, der sogenannten "Corporate Citizenship", stringent zu erfassen. Hilfe kommt von der Bertelsmann-Stiftung, die gemeinsam mit namhaften DAX-Unternehmen und PwC die sogenannte iooi-Methode entwickelt hat. Sie erfasst neben dem Input des Unternehmens und dem Output auch die Effekte, die in der Zielgruppe und in der Gesellschaft erreicht werden. Im Interview erläutert Hendrik Fink, Leiter des PwC-Bereichs "Sustainability", die neue Methode.

 
Hendrik Fink

Gibt es noch uneigennütziges Engagement - oder muss sich mittlerweile für ein Unternehmen jede soziale Aktivität rechnen?

Hendrik Fink: Wir sehen nach wie vor großen und sogar steigenden Einsatz von Unternehmen im Feld der Corporate Citizenship. Sie ist zu einem festen Bestandteil der gesellschaftlichen Verantwortung, der sogenannten Corporate Responsibility geworden. Und die wiederum ist aus dem unternehmerischen Handeln nicht mehr wegzudenken. Richtig ist aber, dass Unternehmen genauer überlegen, wofür sie sich engagieren und zielgerichteter vorgehen.

Deshalb war es notwendig, einen Leitfaden für die Erfolgsmessung zu entwickeln?

Fink: In der Tat. Der iooi-Leitfaden ist entstanden, weil namhafte deutsche Großunternehmen nach einem Rahmenwerk suchten, das eine seriöse Messung und Bewertung von Corporate-Citizenship-Engagements ermöglichte.

Welchen Nutzen versprachen - und versprechen - sich die Unternehmen, die an der Entwicklung mitgewirkt haben, von dem neuen Leitfaden?

Fink: Erstens einmal größere Klarheit: Unternehmen wollen sehen und dokumentiert wissen, was ihr Input in Form von Zeit, Geld und Ressourcen bewirkt, welchen Output sie konkret erreichen - beispielsweise welche Schulbücher mit ihren Spenden gekauft wurden. Darüber hinaus interessiert sie aber auch der Outcome, also welche Wirkung das Engagement in der Zielgruppe hatte - ob, um im Beispiel zu bleiben, die Schüler mit den neuen Büchern auch mehr Freude am Lernen hatten. Und schließlich ist der Impact von Interesse, der Effekt in der Gesellschaft: Hat man möglicherweise neuen Gruppen den Zugang zu Bildung schmackhaft machen können. Alle vier Faktoren Input, Output, Outcome und Impact, berücksichtigt die iooi-Methode - daher auch die etwas kryptische Abkürzung.

Was verbirgt sich denn konkret hinter der Abkürzung, was steht drin im Leitfaden?

Fink: Der Leitfaden stellt eine Matrix vor, die Unternehmen hilft, ihr gesellschaftliches Engagement zu planen und zu konzipieren. Sie begleitet von der Definition der angestrebten Veränderungen über die Auswahl von Indikatoren, an denen die Veränderung festgemacht werden kann bis hin zur Bestimmung der Instrumente, mit denen gemessen wird, ob die Indikatoren sich so verändern, wie das Unternehmen es mit seinem Engagement erreichen wollte. Mit unterstützenden Fragen und Beispielen aus der Praxis macht der Leitfaden es Unternehmen deutlich leichter, Klarheit über ihr gesellschaftliches Engagement zu schaffen.

Klarheit über Ziele und Auswirkungen von gesellschaftlichem Engagement zu haben, ist sicherlich hilfreich - aber noch kein wirklicher Nutzen, oder?

Fink: Durch die Klarheit über Input, Output, Outcome und Impact können Unternehmen ihre gesellschaftlichen Engagements nachvollziehbarer begründen. Intern bei der Entscheidung für ein Projekt und gegen ein anderes, denn Engagements sind heutzutage vielfach eng mit den Unternehmenszielen zu verknüpfen. Und nach außen, denn immer wieder stehen Projekte und Engagements in der Öffentlichkeit auf dem Prüfstand: Gibt es tatsächlich einen gesellschaftlichen Nutzen? Oder wird beispielsweise das Spenden-Deckmäntelchen in Wahrheit nur für Werbung genutzt? Eine sorgfältige Analyse von Input, Output, Outcome und Impact ist daher eine wertvolle Argumentations- und Steuerungshilfe.