Nachhaltigkeit in der Lieferkette: Mit Kooperationen mehr Wirkung erzielen

06 Dezember, 2012

„Branchenspezifische Nachhaltigkeits- und Qualitätsaspekte entlang der Lieferkette in Kooperationen mit anderen zu managen, liegt im Trend“, davon ist Hendrik Fink, Leiter des Bereichs Sustainability Services bei PwC in Deutschland überzeugt. Unabhängig davon, ob sich beispielsweise verschiedene Abnehmer identischer Rohstoffe in einer horizontalen Kooperation zusammenschließen, oder ob Akteure verschiedener Lieferkettenstufen vertikal kooperieren: Gemeinsam können effektiver Ansätze entwickelt werden, mit denen sowohl Risiken entlang der Lieferketten identifiziert und wirksam gesteuert werden können, als auch gemeinsame Ziele wie Kosteneinsparungen, Produktqualität oder Marktzugang wirkungsvoll verfolgt werden.

„Eine breitere Wirkung, geringerer Aufwand für den Einzelnen und bessere Möglichkeiten zur Einbindung von Stakeholdern“, nennt Hendrik Fink als entscheidende Vorteile von Kooperationen: Auf mehrere Schultern verteilt lasse sich der Aufwand für die Formulierung und Durchsetzung von Qualitätsansprüchen und Nachhaltigkeitserfordernissen leichter tragen als im Alleingang, argumentiert der PwC-Nachhaltigkeitsexperte. Außerdem leben Kooperationen davon, dass beispielsweise Verbände oder Nichtregierungsorganisationen ihre Expertise und ihr Spezialwissen einbringen, was zum Erfolg und zur Glaubwürdigkeit beiträgt.

Kooperation reduziert den Aufwand jedes einzelnen Unternehmens

Der administrative Aufwand, den viele Unternehmen heute für die Steuerung ihrer Lieferketten betreiben, lässt sich in Kooperationen erheblich reduzieren: Durch gemeinsame Datenstrukturen, zum Beispiel in Form von branchenweit genutzten Plattformen, etablieren sich Standards, die den Informationsaustausch erleichtern. Gemeinsame Ansätze zur Risikoerhebung, zur Verifizierung und zum Training von Auditoren und Zulieferern machen es Unternehmen leichter, Risiken in der Lieferkette zu identifizieren und zu steuern.

„Ein Beispiel für eine erfolgreiche Kooperation, die wir begleitet haben, ist die Initiative 'Common Code' of the Coffee Community (4C), ein Nachhaltigkeitskodex für den Mainstream-Kaffeesektor.“

Hendrik Fink, PwC-Nachhaltigkeitsexperte

Fink und seine Kolleginnen und Kollegen in der deutschen PwC-Gesellschaft und im weltweiten PwC-Netzwerk haben für die Kaffee-Initiative ein international anwendbares Überprüfungssystem entwickelt. In der Initiative "4C" kooperieren das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Deutsche Kaffeeverband und die vier großen Stakeholdergruppen der Branche - Produzenten, Röster, Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen. Mehr als 80 Stakeholder sind beteiligt, auch die weltweit größten Kaffeekonzerne.

Kooperation muss frühzeitig wettbewerbsrechtlich abgesichert sein

„Der Teufel steckt bei Kooperationen allerdings häufig im Detail“, berichtet Hendrik Fink. Denn bei aller Einigkeit in der Sache müssen die Beteiligten stets darauf achten, jeden Anschein wettbewerbswidriger Absprachen und Kartelle zu vermeiden: „Eine gute Kooperation ist außerdem von Anfang an so organisiert, dass sie auch bei steigenden Mitgliederzahlen und sich ändernden regulatorischen Rahmenbedingungen leistungsfähig bleibt“, betont Fink die Wichtigkeit einer funktionierenden Governance und anerkannten Entscheidungsprozessen.

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