PUMA mit PwC auf dem Weg zur umfassenden ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung

Die Auswirkungen des Geschäfts auf Umwelt und Gesellschaft nicht nur in Worten, sondern mit harten Zahlen offenzulegen, dieses Ziel hat sich das Sportlifestyle-Unternehmen PUMA gesetzt. Deshalb beauftragten PUMA und PPR HOME, das Nachhaltigkeitsprogramm der PPR Gruppe, PwC und das britische Beratungsunternehmen Trucost mit der weltweit ersten Gewinn- und Verlustrechnung, die Umwelteffekte darstellt: "Es ist ein entscheidendes Instrument und ein Paradigmenwechsel, wie Unternehmen ihre tatsächlichen Kosten für die Nutzung von natürlichen Ressourcen ausweisen und in ihren Geschäftsprozessen berücksichtigen können und sollten, sagte der damalige PUMA-Vorstandsvorsitzender Jochen Zeitz bei der Vorstellung erster Resultate aus der ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung (Environmental Profit & Loss; E P&L).

Ausgangssituation

Das "begehrteste und nachhaltigste Sportlifestyle-Unternehmen" zu sein, ist das erklärte Ziel von PUMA. Deshalb beschloss das Unternehmen, in der ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung Auswirkungen von Treibhausgasen und Wasserverbrauch von Produktion, Verkauf in PUMA-Stores und PUMA-Verwaltung auszuweisen.

Alan McGill, Partner von PwC in Großbritannien und Mitglied im weltweiten Netzwerk "Sustainability & Climate" von PwC, erklärt zur ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung: "Unternehmen können nicht produzieren, ohne natürliche Ressourcen zu beanspruchen. PUMA hat einen außergewöhnlichen Schritt gewagt - man hält sich und den Lieferanten einen Spiegel vor, der die Abhängigkeit von natürlichen Ressourcen zeigt. So kann man diese Abhängigkeiten berücksichtigen - vom Designkonzept bis zum Verkauf im Laden."

Das Beispiel des Wasserverbrauchs in der Baumwollproduktion zeigt den Nutzen der ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung: Baumwollfarmer in trockenen Regionen zahlen gegenwärtig für die Bewässerung ihrer Felder kaum mehr als Farmer in wasserreichen Regionen - die Knappheit des Wassers ist im tatsächlichen Wasserpreis kaum berücksichtigt. Das ist nicht nur ökologisch wenig vorteilhaft, es stellt auch ein Risiko für PUMA dar - auch wenn es leicht übersehen wird, weil es in den Kosten nicht auftaucht: Wenn das Wassermanagement versagt, gerät schneller als andernorts die gesamte Baumwollernte in Gefahr - und damit ein Teil der Rohstoffversorgung.

Vorgehensweise

Gemeinsam mit PUMA-Mitarbeitern und Fachleuten von Trucost schätzten die Nachhaltigkeitsexperten von PwC ab, wo und wie die Rohstoffproduktion für PUMA die Umwelt beansprucht. Dieses Set von Schlüsselindikatoren, von Environmental Key Performance Indicators (E-KPIs), diskutierten die Fachleute mit strategisch wichtigen Lieferanten und erhoben deren Umweltverbrauch.

Um die Kosten der Treibhausgasemissionen abzuschätzen, griffen die Fachleute auf die sogenannten "social cost of carbon" zurück, einen global anerkannten Wert, mit dem die Kosten zusammengefasst werden, die Klimawandel in der Gegenwart und in der Zukunft verursacht. Da Wasser an verschiedenen Orten der Erde unterschiedlich knapp ist, mussten für die Auswirkungen des Wasserverbrauchs standortspezifische Werte gefunden werden. Dafür bedienten sich die Experten eines Rechenwerks, das unter anderem berücksichtigt, wie sich natürliche Wasserreserven nach Entnahmen wieder erneuern.

Ergebnis

Als erstes Unternehmen weltweit weist PUMA die Auswirkungen des Wasserverbrauchs und der CO2-Emissionen entlang der ganzen Wertschöpfungskette mit monetären Werten aus. Die umfassende Aufstellung macht dem Management deutlich, wo die PUMA-Produktion und -Beschaffung abhängig ist von besonders knappen Ressourcen. Sie dient damit einer sorgfältigeren, risiko- und umweltbewussteren Unternehmenssteuerung.

"Unternehmen, die deutlich machen können, wie bewusst sie mit ihrer Umwelt umgehen, erarbeiten sich Vorteile im Wettbewerb", ist Hendrik Fink, Leiter des Bereichs "Sustainability" bei PwC in Deutschland, überzeugt: "Zum einen erkennen sie Risiken früher, zum anderen werden sie den Erwartungen der immer aufmerksameren Verbraucher besser gerecht."