PwC analysiert Wasserrisiken in der Lieferkette von Nahrungsmittel- und Textilherstellern

Durch den Klimawandel und die rasant wachsende Gesamtbevölkerung wird die Ressource Süßwasser zu einem knappen Gut. Insbesondere Unternehmen der Nahrungsmittel-, Getränke- und Textilindustrie, die einen hohen Wasserverbrauch in ihren Lieferketten aufweisen, sind davon betroffen. Das Thema Wasserrisiken in der Lieferkette spielt somit auch bei Investitionsentscheidungen eine wichtige Rolle. Im Auftrag der Investoreninitiative PRI hat PwC die Wasserrisiken in der landwirtschaftlichen Lieferkette der Nahrungsmittel- und Textilindustrie analysiert – und Versäumnisse aufgedeckt.

Ausgangslage

Wasserknappheit bedroht nicht nur Leben und Gesundheit der Bevölkerung in vielen Teilen der Erde, sondern stellt auch die Lieferketten wasserintensiver Unternehmen auf eine harte Probe. Diesen Zusammenhang hat die Investoreninitiative „Principles for Responsible Investment“ (PRI) erkannt. PRI wurde von Investoren wie Rockefeller & Co., Aberdeen Asset Management und Hermes gegründet. Eine PRI Arbeitsgruppe zu Wasserrisiken hat nun landwirtschaftliche Lieferketten zu einer Priorität erklärt.

Das Ziel: PRI will diejenigen Unternehmen identifizieren, die besonders großen Unsicherheiten rund um die Ressource Wasser und damit wirtschaftlichen Risiken ausgesetzt sind. Investoren sollen so wichtige Informationen zum Risikomanagement der Unternehmen an die Hand bekommen, um fundierte Investitionsentscheidungen treffen zu können.

Vorgehen

Im Rahmen des Projekts hat PwC den Wasserverbrauch in der Lieferkette von 78 weltweit agierenden Unternehmen aus der Lebensmittel-, Getränke- und Textilbranche analysiert. Dazu haben die PwC-Nachhaltigkeits-Experten das eigens entwickelte ESCHER-Tool eingesetzt. ESCHER steht für Efficient Supply Chain Economic & Environmental Reporting. Diese Methode unterstützt eine konsistente und effiziente Analyse des Wasserverbrauchs entlang der kompletten Lieferkette.

„Bei der Analyse haben wir uns auf die Quellen fokussiert, aus denen Unternehmen ihre Wasservorräte beziehen“, berichtet Robert Prengel, der das Projekt seitens PwC geleitet hat. So konnten die Experten feststellen, wie sehr die analysierten Unternehmen von Wasservorräten in von Wasserknappheit betroffenen Regionen abhängig sind. „Der gemeinsame Ansatz der PwC-Methodik und relevanter Rankinginformationen von oekom research zeigt auf, welche Unternehmen vorausschauend mit der Ressource Wasser umgehen – und welche Firmen hier Nachholbedarf haben“, so Robert Prengel weiter. Das Team konnte zudem Best Practices zum Umgang mit der Ressource Wasser für die einzelnen Sektoren erstellen.

Die Liste der ursprünglich 78 Unternehmen wurde so auf 40 Firmen reduziert, die einen besonders hohen Wasserverbrauch in von Wasserknappheit betroffenen Regionen haben. Zu diesen Unternehmen gehören Hersteller landwirtschaftlicher Produkte, Textilunternehmen, Lebensmitteleinzelhändler und Hersteller von Fleisch, abgepackten Lebensmitteln und Soft-Getränken.

PwC hat bei der Analyse eng mit dem Projektpartner World Wildlife Fund (WWF) und der Rating-Agentur oekom research zusammen gearbeitet. Die PRI Initiative und das Engagement-Vorhaben der Asset Owners wurde im Rahmen des „Climate Change Action Plans“ von US-Präsident Barack Obama hervorhebend gelobt. Damit möchte die amerikanische Regierung ihre Wirtschaft und Gesellschaft auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten.

Ergebnis

„Durch unsere Analyse hat PRI ein tiefes Verständnis dafür entwickelt, in welchem Ausmaß Unternehmen der Lebensmittel- und Textilbranche Wasserrisiken in ihren Lieferketten ausgesetzt sind“, fasst Hendrik Fink, Partner bei PwC, zusammen. PwC konnte der Initiative eine Hilfestellung geben, worauf sie bei der Investition in Unternehmen aus diesen Branchen besonders achten sollte. Die PwC-Experten raten Investoren, sich bei ihren Engagements auf folgende Themen zu fokussieren: Transparenz der Lieferketten-Strategie, Lieferketten-Optimierung und Beschaffungsstrategie.

„Unsere Analyse zeigt, dass sich institutionelle Anleger verstärkt mit dem Thema Wasserrisiken in ihren Portfolio-Unternehmen auseinandersetzen. Das Risikomanagement rund um die Ressource Wasser ist in vielen Unternehmen allerdings noch nicht etabliert“, so Hendrik Fink zu den zentralen Ergebnissen der Analyse. Die Investoren, die Teil der PRI-Initiative sind, können dank der Untersuchungsergebnisse mit den Unternehmen in einen fachlich fundierten Dialog über den Umgang mit Wasserrisiken treten. Damit sind sie in der Lage, ihre eigenen Investments in die Unternehmen besser zu schützen.

Die Ergebnisse wurden in einem Leitfaden zusammengefasst und den 1.200 Mitgliedern der PRI-Initiative zur Verfügung gestellt, darunter sind auch viele deutsche Investoren. Das PwC-Team hat die Resultate zudem als praktisches Tool aufbereitet, das Investoren bei ihren täglichen Investitionsentscheidungen hilft.