PwC-Studie: Deutschland 2020 - Die Arbeitsplätze der Zukunft

Der demografische Wandel wird den Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte weiter verschärfen: Bis zum Jahr 2020 wird diese Situation in fast vier von zehn deutschen Kreisen zu Beschäftigungsverlusten führen. Diese Entwicklung trifft vor allem Kreise und Städte in Ostdeutschland und strukturschwache Regionen im Westen der Republik. Der Trend lässt sich nur aufhalten, wenn die regionalen Investitionen in Bildung und Qualifizierung deutlich steigen. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie "Deutschland 2020 – Die Arbeitsplätze der Zukunft", die das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) im Auftrag von PwC erstellt hat.

Die Nachfolgestudie "Deutschland 2030" ist ab sofort verfügbar.
Hier finden Sie die aktuelle Studie "Deutschland 2030. Die Arbeitsplätze der Zukunft"

Die Zahl der hochqualifizierten Beschäftigten wird in den kommenden zehn Jahren besonders in westdeutschen Metropolregionen wie dem Rhein-Main-Gebiet oder den Großräumen um München, Stuttgart und Hamburg steigen. In ländlich geprägten Regionen und in weiten Teilen Ostdeutschlands wird die Zahl der hochqualifizierten Beschäftigten dagegen sinken.

Diese Entwicklung hat unmittelbare Konsequenzen für die gesamte Beschäftigungsentwicklung. "Denn Wissensindustrien wie Technologieunternehmen oder innovative Dienstleister ziehen nicht nur sehr gut ausgebildete Beschäftigte an. Sie schaffen auch Beschäftigung für weniger qualifizierte Erwerbstätige. Die immer größer werdende Diskrepanz zwischen den Metropolregionen und ländlichen Gebieten lässt sich nur dann aufhalten, wenn in den Randregionen mehr hochqualifizierte Beschäftigung geschaffen wird", sagt Peter Detemple, Partner im Bereich öffentlicher Sektor.

Die Studie "Deutschland 2020 – Die Arbeitsplätze der Zukunft" entwirft drei Szenarien für die Beschäftigungsentwicklung in 413 deutschen Kreisen und Städten bis zum Jahr 2020.

Basisszenario

Das Basisszenario geht davon aus, dass der Anteil der hochqualifizierten Arbeitskräfte in den Kreisen konstant bleibt. Regionen mit einem überdurchschnittlich hohen Qualifikationsniveau wird es gelingen, ihren Vorsprung zu halten. Dort wird also auch die Beschäftigung insgesamt langfristig stärker wachsen als im bundesweiten Durchschnitt.

In westdeutschen Städten wie München oder Hamburg und in Metropolregionen wie dem Rhein-Main- und Rhein-Neckar-Gebiet wird die Zahl der Erwerbstätigen besonders stark wachsen. In Ostdeutschland steigt die Erwerbstätigkeit nach diesem Szenario nur in Städten wie Leipzig und Dresden sowie in touristisch geprägten Kreisen wie Bad Doberan und Rügen. In ländlichen Regionen mit ungünstiger Wirtschaftsstruktur und sinkenden Bevölkerungszahlen wird sich auch die Beschäftigung negativ entwickeln. Dieser Trend schlägt vor allem in Ostdeutschland durch.

Polarisierungsszenario

Das Polarisierungsszenario basiert auf der Annahme, dass hochqualifizierte Arbeitskräfte mobiler sind als geringer qualifizierte. Sie wandern aus den ohnehin strukturschwachen Regionen ab. Dadurch verstärkt sich die Konzentration gut ausgebildeter Arbeitskräfte in Metropolregionen.

Im Vergleich zum Basisszenario steigt die Zahl der Kreise, in denen die Anzahl der Erwerbstätigen abnimmt, weiter an. In den meisten ostdeutschen Regionen fällt die Beschäftigungsentwicklung schlechter aus als im Basisszenario. Umgekehrt schneiden Regionen mit einer relativ guten Beschäftigungsprognose im Polarisierungsszenario noch besser ab. Zu den Gewinnern zählen insbesondere Kreise im Großraum München.

Wachstumsszenario

Das Wachstumsszenario geht davon aus, dass der Anteil der Hochqualifizierten bis 2020 in allen Regionen gleich schnell wächst und in allen Kreisen zunimmt. Voraussetzung für diese Entwicklung: Strukturschwache Regionen investieren verstärkt in ihre Bildungs- und Wissenschaftsinfrastruktur. Im Ergebnis bleiben die Unterschiede zwischen Metropolregionen und strukturschwachen Regionen zwar bestehen. Die Differenzen fallen jedoch geringer aus.

Die Beschäftigungsentwicklung verläuft in allen Kreisen besser als im Basisszenario. Insbesondere die Regionen, denen eine vergleichsweise ungünstige Erwerbstätigenentwicklung vorausgesagt wird, profitieren. Dies gilt vor allem für Kreise in Ostdeutschland.

Bildung sorgt für Beschäftigungswachstum

"Die Studie zeigt, dass Investitionen notwendig sind, die hochqualifizierte Arbeitskräfte anlocken. Denn wer die vorhandene Bildungsinfrastruktur fördert und weiter ausbaut, wird nicht nur zu den Gewinnern im Wettbewerb um die besten Köpfe gehören, sondern nachhaltig für mehr Beschäftigung in der Region sorgen", sagt Peter Detemple.